Rundblick

Biotechnologie – In der Breite liegt die Chance

Präzisionsmikroskope spielen in der Biotechnologie eine immer wichtigere Rolle
Präzisionsmikroskope spielen in der Biotechnologie eine immer wichtigere Rolle © CCO

Investoren setzen zunehmend auf Gesundheitswerte. Dabei bietet die Biotechnologie Chancen wie Risiken. Der Mainzer Krebsforscher Biontech (29,34 US-Dollar; US09075V1026) hat seinen Marktwert seit dem Börsendebüt an der Nasdaq im Oktober mehr als verdoppelt; Mologen (0,10 Euro; DE000A2LQ900) steht nach dem Insolvenzantrag dagegen vor dem Aus. Wir schauen uns Werte an, die durch eine breite Aufstellung glänzen.

Unser Musterdepotwert Evotec hat durch Partnerschaften mit Bayer, Celgene und Pfizer zahlreiche Hoffnungsträger im Portfolio. Gerade hat das MDAX-Unternehmen in der Diabetes-Forschung mit Sanofi eine Meilensteinzahlung über 3 Mio. Euro erhalten: Bislang sind bei der Erforschung von Ersatz-Betazellen, die den weltweit 425 Mio. Diabetikern Hoffnung auf Heilung geben könnten, bereits 12 Mio. der bis zu 300 Mio. Euro nach Hamburg geflossen. Und auch abseits von Sanofi ist Evotec gut aufgestellt. Die Aktie (22,76 Euro; DE0005664809) hat seit Mitte November fast 25% zugelegt und im Zuge dieses Aufwärtstrends auch die 38- und 200-Tage-Linien überwunden.

Evotec bleibt ein Kauf mit Stopp bei 16,20 Euro.

Wer sich BB Biotech ins Depot legt, hat die Diversifikation gleich mit eingebucht. Denn die Schweizer verwalten ein Portfolio von Unternehmen, das von seltenen Krankheiten über Onkologie bis zur Neurologie alle wichtigen Medizinfelder der Gegenwart abdeckt. Weil zuletzt zahlreiche Portfolio-Titel mit erfreulichen Zulassungsnachrichten glänzten, dürfte sich die jüngste Erholung der Aktie (68,25 CHF; CH0038389992) weiter fortsetzen. Das ist gut für die Dividende, die sich am Durchschnittskurs des Dezembers orientiert: Wir kalkulieren mit 3,40 CHF je Aktie und einer Rendite von 4,9%.

Auch Neuleser legen sich BB Biotech ins Depot. Den Stopp nehmen wir dabei hoch auf 54,95 CHF.

Mit insgesamt vier Biosimilars, also Nachahmerprodukten für Biopharmazeutika, hat Formycon mehrere heiße Eisen im Feuer. Für den Wirkstoff FYB201 zur Behandlung der feuchten Makuladegeneration wurde jetzt mit Coherus eine Vertriebsvereinbarung für die USA geschlossen. Das damit angreifbare Originalprodukt Lucentis von Novartis erzielte dort 2018 einen Umsatz von 1,7 Mrd. US-Dollar – nach der für 2021 erwarteten Markteinführung winken Formycon also stattliche Lizenzzahlungen, zu denen 2022 Einnahmen in Europa kommen könnten. Auch FYB202 gegen Schuppenflechte (Konkurrent: Stelara von Janssen) und FYB203 gegen Augenkrankheiten (Konkurrent: Eylea von Bayer) könnten bis 2025 Marktreife erlangen. Die im Scale-Segment gelistete Formycon-Aktie (31,00 Euro; DE000A1EWVY8) ist aber nur etwas für risikobewusste Anleger.

Für diese PB-Leser ist Formycon ein Kauf mit Stopp bei 24,10 Euro.

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