Beteiligungen

Brockhaus Tech. – Fabrik für Hightech-Champions

Brockhaus Technologies setzt auf Hightech-Champions
Brockhaus Technologies setzt auf Hightech-Champions © Alexander Stein, Pixabay

Die Börsenhistorie von Brockhaus Technologies ist bislang alles andere als eine Erfolgsstory. Zwar stieg die im Juli 2020 zu 32,00 Euro an die Börse gekommene Aktie am Tag der Erstnotiz kurzzeitig bis auf 37,50 Euro. Dieses Niveau wurde seitdem aber nie mehr erreicht. In diesem Jahr fiel die Aktie sogar bis auf 13,45 Euro.

Eine Entwicklung, die so gar nicht zu den hohen Ansprüchen von Unternehmensgründer und CEO Marco Brockhaus passt. Der sucht mit seinem Team fortlaufend nach Technologie- und Innovationsführern mit B2B-Modellen im (vor allem deutschen) Mittelstand. Bei solchen Firmen strebt Brockhaus dann Mehrheitsbeteiligungen an. 20% Umsatzwachstum und 30% EBITDA-Marge gelten als grober Richtwert, um als potenzieller Übernahmekandidat überhaupt in Frage zu kommen. Sobald Brockhaus an Bord ist, tut das Team alles dafür, dass die Firmen die nächsten Erfolgsstufen erfolgreich bewältigen. Ein zeitnaher Ausstieg mit schnellem Profit ist hingegen nicht das Ziel.

Solche Firmen gibt es natürlich nicht wie Sand am Meer. Erschwerend kam in den vergangenen Jahren das Problem der oftmals überhöhten Bewertungen im Technologiesegment hinzu. Aber auch jetzt sind zum Teil immer noch sehr hohe Multiples zu zahlen. Während sich die Bewertungen an der Börse zuletzt deutlich reduziert haben, reagiert der private Beteiligungsmarkt darauf ungefähr mit einem Jahr Verzug, wie uns der mit jahrzehntelanger Erfahrung ausgestattete Firmenlenker im PLATOW-Gespräch verrät. Trotzdem hat Brockhaus in einzelnen Segmenten bereits konkrete Angebote abgegeben.

Im Fokus stehen dabei aktuell die Bereiche Cyber Security, Software Saas und Energy Technology. Bei der Suche nach geeigneten Kandidaten geht Brockhaus nach Angaben des Vorstandschefs „brutal selektiv“ vor. Bis zur ersten Akquisition nach dem IPO dauerte es daher auch fast ein Jahr. Die Beteiligung an Bikeleasing erwies sich dann aber auch als Volltreffer. Mit seiner digitalen B2B-Finanzplattform für die automatisierte Vermittlung von Diensträdern ist das Unternehmen in einem profitablen (EBITDA-Marge nach neun Monaten bei 47,6%) Wachstumsmarkt aktiv. Bikeleasing steuert aktuell zwei Drittel des Umsatzes und 87% des EBITDA von Brockhaus bei. Schon vor dem Börsengang hatte man sich an dem Übertragungstechnikhersteller Ihse und dem Feinstaubmessgerätehersteller Palas beteiligt.

Nach guten Q3-Zahlen hat Brockhaus seine Jahresprognose vor wenigen Tagen angehoben. Bei einem Umsatz von jetzt 150 Mio. bis 155 Mio. Euro (+19 bis 23%) soll eine EBITDA-Marge von 35% erreicht werden. Wir rechnen in den kommenden Jahren mit anhaltend starkem Wachstum. Und gefallen die Fokussierung auf innovative und margenstarke Beteiligungen mit Preissetzungsmacht sowie der schon vor der Zinswende forcierte Schuldenabbau. Die Aktie (19,80 Euro; DE000A2GSU42) wird mit einem 2022er KGV von 13 gehandelt, was bei den hohen Gewinnmargen und dem zu erwartenden Wachstum Luft nach oben lässt.  

Wir steigen bei Brockhaus Technologies ein. Den Stopp bei 12,50 Euro setzen.

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