Rundblick

Gutes Gewissen und Rendite vereinen

Klimaschonend anlegen - nachhaltige Geldanlage boomt
Klimaschonend anlegen - nachhaltige Geldanlage boomt © Pixelio

Auf dem 1. Fokus-Investmenttag zum Thema Nachhaltigkeit stellten sich am Mittwoch (13.2.) in München fünf Nebenwerte vor und versuchten die anwesenden Investoren von ihrem Nachhaltigkeitsansatz zu überzeugen. Auf drei von ihnen möchten wir an dieser Stelle genauer eingehen, da sie gutes Gewissen und Renditechancen aus unserer Sicht am besten vereinen.

Der Tank- und Bodensanierer Wolftank Adisa ist zwar ökologisch durchaus ein Vorreiter, für ein Investment allerdings deutlich zu klein (vgl. PB v. 13.9.19). Bei BayWa haben wir Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells, das zu einem großen Teil nicht klimafreundlich ist.

Keine Zweifel hingegen haben wir da bei unserem Musterdepotwert Encavis. Der Betreiber von Wind- und Solarparks setzt zu 100% auf erneuerbare Energie, wobei die Sonne für die Hamburger immer wichtiger wird. Denn das Windaufkommen sei sehr volatil, so CFO Christoph Hussmann in München. Zudem müssten Windparks alle 30 bis 35 Jahre erneuert werden, was bei Solarparks nicht der Fall wäre. Encavis ist europaweit tätig, meidet aber Staaten, die politisch nicht stabil sind. Verträge, die über 20 oder 30 Jahre laufen, könnten nur dort abgeschlossen werden, wo Verlass auch auf künftige Regierungen ist. Nord- und Westeuropa sind im Portfolio daher besonders stark vertreten. Kunden wie Amazon, für den Encavis in Spanien derzeit einen Solarpark baut, müssten sich darauf verlassen können, zehn Jahre lang Strom geliefert zu bekommen. Aktionäre konnten sich zuletzt auf satte Kursgewinne verlassen. Die SDAX-Aktie (11,62 Euro; DE0006095003) legte seit Jahresbeginn rd. 25% zu. Da die Parks über Jahre hinweg sichere Cashflows liefern, bleibt das Papier ein aussichtsreiches Investment.

Greifen Sie bei Encavis weiter zu. Stopp: 8,75 Euro.

Dem Geschäftsmodell von Voltabox gehört die Zukunft. Als Entwickler von Batteriesystemen profitiert die Paragon-Tochter von der zunehmenden E-Mobilität. Auf Autos hat es CEO Jürgen Pampel aber nicht abgesehen. Seit 2019 stattet Voltabox die Bergbaufahrzeuge von Komatsu mit Batteriesystemen aus, am Mittwoch (12.2.) vermeldeten die Delbrücker einen Auftrag zur Umrüstung von Dieselbussen. Dies sei für die Betreiber deutlich günstiger, als neue E-Busse anzuschaffen, so Pampel. Der Diesel-Antriebsstrang werde ausgebaut und ein neuer Elektro-Antriebsstrang von ZF Friedrichshafen mit dem Voltabox-Batteriemodul eingebaut. Die Aktie (8,23 Euro; DE000A2E4LE9) schoss nach der Meldung rd. 20% nach oben. Das zeigt aber auch die Volatilität des Nebenwertes, die er in der Vergangenheit mit einigen heftigen Rücksetzern bereits unter Beweis gestellt hat.

Ein Einstieg bei Voltabox ist uns derzeit zu heiß.

Steico wurde in München als „Musterbeispiel eines ESG-Unternehmens“ angekündigt und wirbt mit dem Slogan „Die grüne Aktie“. Die Latte lag also hoch, aber CFO David Meyer sprang locker drüber: Als Hersteller von Bauprodukten aus nachwachsenden Rohstoffen sind die Oberbayern seit jeher nachhaltig aufgestellt. 2020 wird die Wertschöpfungskette erweitert und die Produktion von vorgefertigten Wand- und Dachelementen, die an Fertighaus-Anbieter geliefert werden, automatisiert. So kann Steico die Kosten drücken und dem Fachkräftemangel entgegenwirken. 2019 kletterte der Umsatz bereits um 11,5% auf 281 Mio. Euro, das EBIT erreichte 32,7 Mio. Euro (+33,1%). 2020 dürfte die Entwicklung ähnlich sein. Die Aktie (35,20 Euro; DE000A0LR936) legte seit Oktober über 50% zu und erreichte kürzlich ein Allzeithoch bei 35,80 Euro.

Steico bleibt ein Kauf. Stopp hoch auf 28,10 Euro.

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