Leseraktie

Paion steht an der Schwelle

Auf das Narkosemittel Remimazolam setzt Paion seine ganze Hoffnung
Auf das Narkosemittel Remimazolam setzt Paion seine ganze Hoffnung © Paion

Beim Biopharmazieunternehmen Paion scheint die Konzentration auf den Hoffnungsträger Remimazolam aufzugehen. Denn der Partner Cosmo hat Anfang April die Marktzulassung für das Anästhetikum in den USA beantragt. Wir haben ein Treffen mit Paion-Finanzchef Abdelghani Omari auf der Anlegermesse Invest in Stuttgart dazu genutzt, um dem Leserwunsch nach einer aktuellen Einschätzung zu den Aachenern nachzukommen.

Remimazolam kann bei der Kurzzeit-Sedierung, als allgemeines Narkosemittel und auf der Intensivstation eingesetzt werden. In jeder dieser Anwendungen erwartet Omari vier bis sieben Jahre nach der Marktzulassung einen jährlichen Spitzenumsatz von bis zu 500 Mio. US-Dollar. Das erste Geld könnte ab 2020 in die Kassen von Paion fließen. Denn in den USA hat Cosmo jetzt den Antrag zur Marktzulassung für die Kurzzeit-Anwendung gestellt. Der US-Partner schätzt das unmittelbare Potenzial zunächst auf bis zu 200 Mio. Dollar, von denen bei Marktzulassung rd. 20%, also bis zu 40 Mio. Dollar, bei Paion landen würden. Zeitgleich laufen bereits Zulassungsverfahren in China (über den Partner Yichang seit November) und Japan (über Munipharma seit Dezember), jeweils ebenfalls für die Kurzzeit-Sedierung. In Europa startet Paion derzeit eine Phase III-Studie mit 500 Patienten in der Allgemeinanästhesie. „Wenn alles gut läuft, ist ein europäischer Marktzulassungsantrag in der zweiten Jahreshälfte 2020 möglich“, so Omari.

Während er für 2019 bei einem Umsatz von 8 Mio. Euro noch einen Nettoverlust von 7 bis 10 Mio. Euro voraussieht, könnten 2020 nach unseren Schätzungen erstmals Gewinne verbucht werden. Bei der Aktie (2,20 Euro; DE000A0B65S3) errechnen wir ein 2020er-KGV von 17, was dem Papier durchaus noch Kurspotenzial eröffnet. Eine kleine Sorge bleibt bezüglich der Finanzkraft des Unternehmens: Derzeit verfügen die Aachener über 17,2 Mio. Euro plus erwarteter Zuflüsse von rund 12 Mio. Euro. „Wir verbrennen pro Monat etwa 1,5 Mio. Euro und sind von daher bis Mitte 2020 durchfinanziert“, erklärt uns Omari. Sollte bis dahin kein weiteres Geld hinzukommen und der Marktzulassungsantrag in Europa gestellt werden müssen, ergebe sich noch einmal ein Finanzierungsbedarf von etwa 10 Mio. Euro. Doch der Pfad zu einem integrierten Spezial-Pharmazieunternehmen ist vorgezeichnet: „Wir denken über eine eigene Vertriebsorganisation für einzelne Märkte und neue Produkte rund um die Notfallmedizin nach“, sagt Omari. Für uns steht Paion daher auf der Schwelle zum Durchbruch. Für risikobereite PB-Leser ist Paion ein Kauf mit Limit bis 2,30 Euro. Den Stopp setzen wir bei 1,75 Euro.


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