Kreditplattform

Creditshelf – Noch überwiegen die Corona-Schattenseiten

Aus der Mainzer Landstraße in Frankfurt steuert Creditshelf seine Kreditvergabe
Aus der Mainzer Landstraße in Frankfurt steuert Creditshelf seine Kreditvergabe © Creditshelf

Die Entwicklung bei Creditshelf verfolgen wir seit dem Börsengang im Juli 2018 sehr aufmerksam. Bislang hat uns der Kursverlauf der Aktie, bei der wir Anfang November mit einem schmerzhaften Verlust von 22,5% ausgestoppt wurden, eher enttäuscht.

Ein Interview mit Produktvorstand Jan Stechele nehmen wir nun zum Anlass, ein Jahr nach Beginn der Corona-Krise einen frischen Blick auf den Nebenwert zu werfen. Dabei lässt sich festhalten: Die Pandemie hat dafür gesorgt, dass der digitale Kreditvermittler 2020 zwar auf der Kostenseite besser geworden ist, sich aber die Zurückhaltung der Unternehmen, was neue Investitionen und die dafür notwendigen Kredite angeht, nach dem zweiten Lockdown im vergangenen Herbst noch nicht wieder vollständig aufgelöst hat. Zumindest der Jahresauftakt ist geglückt: Nach den ersten beiden Monaten liegt die Zahl der vermittelten Kredite mit 18,6 Mio. Euro bereits deutlich über dem Niveau des gesamten Q1 des Vj. (11,6 Mio. Euro).

„Es deutet sich eine Aufholjagd nach dem Herbst-Einbruch an, aber wegen der Unsicherheiten zur weiteren Entwicklung der Pandemie müssen wir abwarten, ob diese Entwicklung nachhaltig ist“, erläutert Stechele. Helfen werden in diesem Jahr die mittlerweile insgesamt drei Partnerschaften der Frankfurter: BNP Paribas und Amsterdam Trade Bank stellen als Investoren Fremdkapital zur Kreditvermittlung, die Commerzbank hat eine 2019 geschlossene Zusammenarbeit zur Weitervermittlung von Kreditnehmern auf Privat- und Unternehmenskunden mit einem Umsatz von bis zu 15 Mio. Euro ausgebaut. „Wir schulen aktuell 150 Kundenberater der Commerzbank in Bayern und Baden Württemberg und wollen das Pilotprojekt später auf ganz Deutschland ausweiten.“

Was bedeutet das alles für den Pfad zur Profitabilität? Stechele gibt sich zurückhaltend und verweist lediglich auf das „Langfristziel von 500 Mio. Euro vermittelter Kredite“ sowie „die Erwartung, dass eine Profitabilität deutlich früher“ erreicht werden könne. Wir gehen in unserer Kalkulation davon aus, dass 2021 noch kleinere Verluste geschrieben werden, insbesondere weil der Aufbau des Personalbestands wieder vorangetrieben wird. 2022 rechnen wir bei der Aktie (44,20 Euro; DE000A2LQUA5) dann mit ersten Gewinnen und einem KGV von 29, das sich im Folgejahr auf 21 ermäßigt. Damit stimmt zwar die Tendenz und langfristig wird Corona das Geschäftsmodell von Creditshelf sicher beflügeln, doch die Entwicklung des volatilen Nebenwertes braucht noch Zeit.

Wir empfehlen daher, vor einem Neuengagement bei Creditshelf weitere operative Erfolge abzuwarten.

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