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Daimler Truck – Ein neuer Stern am Börsenhimmel?

Künftig eigenständig an der Börse - Daimler Truck
Künftig eigenständig an der Börse - Daimler Truck © Pixelbay

_ Dem britischen Premier Winston Churchill wird mit Blick auf die Teilung Deutschlands das Bonmot zugeschrieben, er liebe das Land so sehr, er wolle gerne mehrere davon haben. Börsianer sehen es nicht so sarkastisch, wenn sich dieser Tage die Daimler AG in ein Pkw- und ein unabhängiges Lkw-Geschäft aufteilt. Rechtlich vollzogen wird der Schritt am Donnerstag (9.12.) mit der Eintragung ins Handelsregister, einen Tag später hat der DAX für einen Tag 41 Mitglieder, ehe Daimler Truck zumindest bis zur nächsten Indexentscheidung im März 2022 den Leitindex verlassen muss. Wer zum Stichtag nächste Woche Daimler-Papiere im Depot hat, bekommt für je zwei Anteilsscheine automatisch eine Daimler Truck-Aktie eingebucht.

Rein rechnerisch verteilt sich der Wert der bisherigen Daimler-Aktie dann zu zwei Dritteln auf das Pkw-Papier, das künftig „Mercedes Benz AG“ heißen wird, und zu einem Drittel auf die neue Truck-Aktie. Die Aufteilung könnte aber gewinnbringend sein. Studien haben gezeigt, dass sich Mutter- und Tochtergesellschaft nach einer Trennung besser entwickeln als der Gesamtmarkt; einzelne Studien beziffern die Outperformance auf bis zu 20%. Denn der „Konglomeratsabschlag“ auf ein gemischtes Geschäftsmodell kann entfallen. Auf sich allein gestellt kann der neue Daimler Truck-Chef Martin Daum nämlich viel zielgerichteter das ihm zur Verfügung stehende Kapital allokieren, um punktgenau in jene Technologien (Stichwort: Wasserstoff) zu investieren, die das Lkw-Geschäft vorantreiben werden.

Allerdings ist dieser Zugewinn nicht garantiert. Erstens kann das neue Management ja durchaus auch falsche Entscheidungen treffen. Zweitens verkaufen gerade in der Anfangsphase viele neue Aktionäre erst einmal das Papier, weil sie einen Auto- und keinen Lkw-Hersteller haben wollen. Und drittens hat die Daimler-Aktie seit Jahresbeginn schon rd. 50% zugelegt – beim Premium-Konkurrenten BMW sind es im gleichen Zeitraum nur 22%. Dennoch spricht nicht nur die künftige DAX40-Chance dafür, dass für Daimler-Aktionäre am Ende des Tages gilt: Eins plus eins ist mehr als Zwei.

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