Ist es sinnvoll, mit Goldinvestments für das Alter vorzusorgen? Die Geschichte gibt hierauf eine eindeutige Antwort, denn Gold gehört zu den ältesten Altersvorsorgeinstrumenten der Menschheit. Als klassisches Symbol von Reichtum und Wohlstand hüteten es seine Besitzer stets für schwere Zeiten oder zeigten damit auch ihre Macht, wenn sie es im Überfluss besaßen, wie etwa die Pharaonen im alten Ägypten, denen das glänzende Edelmetall auch häufig ins Grab gelegt wurde.

Aus heutiger Sicht ist dies sicherlich eine Verschwendung des wertvollen Edelmetalls, dessen weltweite Bestände trotz anhaltender Fördertätigkeit bei hoher Nachfrage recht knapp erscheinen, wenn man die Preisentwicklung als Indikator hierfür nimmt. Aufgrund seiner seit Tausenden von Jahren etablierten Rolle als zuverlässiger Wertspeicher dient Gold bis in die Gegenwart denjenigen, die es nicht industriell verarbeiten, vor allem als Inflationsschutz und Wertaufbewahrungsmittel.

Stabiler Wertanker

Gemeint sind professionelle und private Anlegerinnen und Anleger, für die Gold ein fester Bestandteil ihrer langfristig ausgerichteten Anlageportfolios ist. Viele von ihnen besitzen Gold in Form börsengehandelter Wertpapiere, wie z.B. die Inhaberschuldverschreibung Xetra-Gold®, deren Wert sich seit ihrer Einführung Ende 2007 mehr als vervierfacht hat.
Kostete ein Gramm Gold damals etwas mehr als 17 Euro, lag der Goldpreis pro Gramm Ende Juli 2024 bei rund 71 Euro. Werden weiter zurückliegende Zeiträume betrachtet, beispielsweise die Preisentwicklung in den vergangenen 25 Jahren, zeigt sich eine Steigerung des Goldpreises um beinahe 800%.

Es scheint angesichts dieser Entwicklung fast ein wenig untertrieben, von einem Wertaufbewahrungsmittel zu sprechen, das Gold in den Augen von Finanzexpertinnen und -experten auf der ganzen Welt darstellt. Doch angesichts der globalen Finanzkrise ab 2008 und der daraus folgenden Niedrigzinspolitik vieler Zentralbanken ist es durchaus nachvollziehbar, dass ein derartiger Anstieg auch die Entwicklung der nominalen Preise widerspiegelt.

Immobilien und Gold im Gleichschritt?

Wenn auf die Entwicklung der Immobilienpreise geblickt wird, sind diese laut Daten des Verbands der deutschen Pfandbriefbanken je nach Immobilienart zwischen 2008 und 2023 um 88-90% gestiegen. In Ballungsräumen und Großstädten dürfte die Preisentwicklung in der gefühlten wie auch der erlebten Realität von Käuferinnen und Käufern ein Vielfaches betragen. Nichts anderes ist im Grunde beim Goldpreis passiert, der zusätzlich zur Inflation durch eine industrielle Nachfrage getrieben wird, die sich unter anderem aus der flächendeckenden Verbreitung von Smartphones und Computern oder anderen High-Tech-Produkten speist.

Bedeutet dieser Vergleich, dass an die Stelle der Immobilie für das Alter ebenso gut der Goldschatz fürs Alter treten kann? Rein von der Preisentwicklung her läge dies nahe und lässt sich rational durch die gemeinsame Eigenschaft als Sachwert begründen. Faktisch bietet Gold gegenüber dem Eigenheim den großen Nachteil, dass man darin nicht wohnen und es nicht vermieten kann. Es zahlt also keine laufenden Mieten oder spart ebenjene Zahlungen zugunsten des selbstgenutzten Eigentums. Dennoch existieren auch einige Vorteile gegenüber einer Immobilie: Gold lässt sich mit recht geringen Nebenkosten aufbewahren und ist gegen Zerstörung durch Naturkatastrophen, Vandalismus oder Ähnliches besser geschützt. Das gilt insbesondere dann, wenn Anlegerinnen und Anleger es in Form einer Inhaberschuldverschreibung wie Xetra-Gold erwerben, die pro Anteilsschein den Auslieferungsanspruch auf ein Gramm Gold verbrieft. Der größte Teil (95%) des als Sicherheit hinterlegten physischen Goldes wird in den Tresoren des deutschen Zentralverwahrers für Wertpapiere aufbewahrt.

Während Immobilienpreise je nach Lage unter den Zinserhöhungen der vergangenen zwei Jahre litten, hat Gold auch in diesem Zeitraum gut performt. Zwischen Ende Juli 2022 und Ende Juli 2024 verzeichnete Gold einen Preisanstieg in Höhe von rund 54 auf etwa 71 Euro pro Gramm. Damit schlägt es die meisten der wichtigsten Aktienmärkte im ersten Halbjahr 2024. Während der Goldpreis gemessen an der jeweiligen Landeswährung um 15,9% in der Eurozone stieg, um 12,1% in den Vereinigten Staaten, 19,9% in der Schweiz und um 13% in Großbritannien, entwickelten sich die entsprechenden Aktienmärkte mit Ausnahme des S&P 500 in den USA von Jahresbeginn bis Ende Juni 2024 weniger stark als Gold.

Anleihen und Kryptowährungen scheinen aktuell keine Alternativen

Gegenüber Anleihen fällt das Ergebnis noch eindeutiger aus. Nach aktuellen Angaben des World Gold Council gaben die Renditen der US-Staatsanleihen ganz leicht um 0,2% nach, während Staatsanleihen global (ohne die US-amerikanischen) im Durchschnitt sogar 5,81% verloren. Rohstoffe gewannen in den USA 5,83% an Wert hinzu, der US-Dollar stieg um 2,62%. Der „Börse Online Best of Krypto“-Index stieg in den vergangenen sechs Monaten um 7,38%. Die nach wie vor bekannteste Kryptowährung Bitcoin legte mit einem Plus von 35,21% mit Abstand am meisten zu. Allerdings steht bei Kryptowährungen extremen Gewinnen in kurzer Zeit auch immer wieder die Gefahr starker Kursverluste gegenüber.

Goldprodukte zwischen Zukäufen und Gewinnmitnahmen

Analog zur Preisentwicklung haben Anlegerinnen und Anleger seit 2008 auch beim Gold zugegriffen. Das zeigt nicht zuletzt der Blick auf den Xetra-Gold-Bestand, der in dieser Zeit von 3 Tonnen Anfang 2008 auf aktuell rund 176 Tonnen Gold angewachsen ist. Dies entspricht aktuell einem verwalteten Vermögen von 12,3 Mrd. Euro und 176 Mio. Anteilsscheinen, die in unzähligen Depots von Anlegerinnen und Anlegern liegen. Seit der abrupten Zinswende infolge des Ukraine-Krieges und immer neuen Preisrekorden für Gold haben viele Anteilseigner Xetra-Gold allerdings auch stärker als in den Vorjahren verkauft: Im ersten Halbjahr 2024 flossen 23,2 Mio. Tonnen aus dem Tresor ab und der Großteil der Kundinnen und Kunden dürfte sich über Gewinne gefreut haben, die nach einer Haltedauer von zwölf Monaten sogar steuerfrei sind.

Im Mai dieses Jahres haben Anlegerinnen und Anleger erstmals wieder mehr Xetra-Gold gekauft als gleichzeitig an die Emittentin Deutsche Börse Commodities zurückfloss. Ein Grund hierfür – ebenso wie für die vorangegangenen Verkäufe – war vielen Marktbeobachtern zufolge der weiterhin anhaltende Anstieg des Goldpreises, der die Wertstabilität des Edelmetalls gerade in diesen unsicheren Zeiten wieder deutlich macht.

Was den Goldpreis aktuell treiben und bremsen könnte

Nach der Preisentwicklung der vergangenen Jahre stellen sich viele Anlegerinnen und Anleger dennoch die Frage, inwieweit ein Einstieg in Gold derzeit noch lohnt. Einfache Antwort: Mittel- bis langfristig lohnt sich der Einstieg immer, da die Wertaufbewahrungsfunktion des Edelmetalls auch in Zukunft erhalten bleiben dürfte. Gold wird mit einem Anlagehorizont von mehreren Jahren und Jahrzehnten ein wirksamer Inflationsschutz bleiben.

Preistreibend könnte sich aktuell die weiterhin starke Nachfrage der Zentralbanken auswirken. Nach den Rekordzukäufen 2022 mit 1.082 Tonnen und 2023 mit 1.037 Tonnen erwartet laut den gerade veröffentlichten Ergebnissen der „2024 Central Bank Gold Reserves Survey“ des World Gold Council mit 81% die überwiegende Mehrheit der befragten Notenbanken auch in den nächsten zwölf Monaten eine Ausweitung der weltweiten Goldreserven. Zögerliche Zinssenkungen der Zentralbanken könnten die Preisentwicklung nach Meinung verschiedener Analysten dagegen etwas ausbremsen.

Fazit: Es kommt auch auf das Alter an

Inwieweit es sich mit Blick auf die Altersvorsorge lohnt, einen kleinen Goldschatz für das Alter aufzubauen, hängt nicht zuletzt entscheidend vom Alter der Anlegerinnen und Anleger ab. Mittel- bis langfristig sind 5 bis 10% Gold immer zu empfehlen – am besten in einer kosteneffizienten und einfach zu handelnden Form, falls sich die Pläne für das Alter oder die Gegenwart einmal ändern. Und sollte das Gold zu Lebzeiten nicht mehr zu Geld gemacht werden, könnte es das Vermögen der Erben stabilisieren oder mehren – solange man es nicht mit ins Grab nimmt, wie etwa die Pharaonen. ■

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