Fondsbericht

Platow-Fonds im September – Neuer DAX, alte Unruhe

PLATOW-Fonds
PLATOW-Fonds © pfp Advisory

Wir wollen „unsere Politik der ruhigen Hand“ fortführen, „selbst in einem möglicherweise unruhigeren Börsenherbst“, schrieben wir im vorangegangenen Monatsbericht. Tatsächlich hatten wir dazu gleich mehr Gelegenheit als uns lieb war, machte der September seinem Ruf als garstiger Börsenmonat in diesem Jahr doch einige Ehre. Die deutschen Auswahlindizes DAX, MDAX, TecDAX und SDAX gaben allesamt kräftig ab. Zwar hielt sich der DWS Concept Platow (LU1865032954, LU1865033176, LU1865032871) deutlich besser, aber auch sein Anteilspreis landete im Monatsvergleich im Minus.

Der Monat, in dem die runderneuerte DAX-Familie ihr Debüt gab, verlief für Anleger alles andere als erbaulich. Zum 20.9. wurde der deutsche Leitindex bekanntlich auf 40 Mitglieder aufgestockt, während es in den über drei Jahrzehnten zuvor stets 30 gewesen waren. „Leidtragender“ war der MDAX, der von zuletzt 60 auf 50 Mitglieder schrumpfte.

Was bedeutet die größte Indexreform seit Bestehen des DAX für den Investmentprozess der pfp Advisory bzw. für den DWS Concept Platow? Nichts bzw. fast nichts. An unserer Anlagestrategie ändert sich gar nichts, da Indexzugehörigkeiten oder Indexgewichtungen für uns seit jeher keine Rolle spielen. Vielmehr hat jede Aktie eines deutschen Unternehmens größenunabhängig grundsätzlich die gleiche Chance, ins Portfolio zu gelangen. Wir entscheiden nach Kriterien wie beispielsweise Geschäftsmodell, Bewertung, Wachstum, Bilanzqualität oder charttechnischen Faktoren.

Und was bedeutet die Reform für das Portfolio? So gut wie nichts. Einige wenige Stücke in Tortendiagrammen ändern ihre Größen, da z. B. Puma vom MDAX in den DAX wechselt, Sto in den SDAX aufsteigt und Medios aus dem Small-Cap-Index herausgenommen wurde. Überdies wurden die Indexgewichtungen einiger weniger Aktien geringfügig nachjustiert. Aktive Umschichtungen wurden dadurch nicht ausgelöst.

Weit wichtiger ist für uns das Stimmungsbild aus den Unternehmen. Auch im September führten wir zahlreiche Gespräche mit Vorständen und anderen Unternehmensvertretern, erfreulicherweise zum Teil „real“ auf Präsenz-Kapitalmarktkonferenzen. Quartalsergebnisse meldeten u. a. 7C Solarparken, CropEnergies, Envitec, Ernst Russ, Hornbach Baumarkt, Hornbach Holding, Mutares, Ringmetall und Verbio; in einigen Fällen wurde der Ausblick angehoben oder präzisiert. Gemischt fiel das Bild bei den Directors‘ Dealings aus: Während Aurubis, Defama, Einhell und S&T Insiderkäufe meldeten, kam es bei Cewe und Helma zu Verkäufen und bei Deutsche Post und Ernst Russ zu beiden Transaktionsarten.

Trotz des recht rauen Börsenumfelds erreichten mit Abo Wind, Bechtle, Datagroup, Deutsche Post, Ernst Russ, Hapag-Lloyd, Hornbach Holding und Verbio acht Aktien aus dem Portfolio Allzeithochs, wenn auch überwiegend in den frühen Septembertagen. Und sogar neun Wertpapiere lieferten eine prozentual zweistellige, positive Monatsrendite (bei nur sechs Aktien mit einer prozentual zweistelligen, negativen Rendite). Diese Zahlen unterstreichen, dass Aktien durchaus ein Eigenleben führen können, sich Stock-Picking also lohnen kann – auch und gerade in einem unruhigeren Börsenumfeld.

Autoren: Christoph Frank und Roger Peeters, pfp Advisory

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