PLATOW EURO FINANCE

Private Equity für Jedermann

Interview mit Yuri Narciss, Managing Director, Moonfare, Berlin
Interview mit Yuri Narciss, Managing Director, Moonfare, Berlin

_ Mit dem festgemauerten Nullzins, dessen Ende kein Experte auf dem PLATOW EURO FINANCE Investorenforum auszurufen wagte, ist die Zeit für alternative Anlageklassen längst reif. Private Equity (PE) gehört dazu, wenngleich es als Königsklasse unter den Anlageformen bislang nur sehr vermögenden Privaten und Institutionellen zugänglich war. Steffen Pauls, der jahrelang in Diensten des großen PE-Investors KKR stand, will genau dies mit seinem Fintech Moonfare (rd. 600 Mio. Euro AuM) ändern.

Nicht komplett demokratisiert, das verhindere noch die Regulierung an manchen Stellen, erklärt Pauls. Aber immerhin deutlich vereinfacht und mit weitaus weniger Einstiegskapital als für PE wie sonst üblich, ermöglicht es Moonfare Privatanlegern, in PE-Fonds von Größen wie KKR, Carlyle oder Permira zu investieren. Über eine digitale Plattform werden die Investmentsummen gesammelt und en bloc angelegt. Warum PE auch in der breiten Anlegermasse als Investitionschance wahrgenommen werden sollte, liege lt. Pauls auf der Hand: Wachstum.

Das Universum privater Unternehmen expandiert stark, gleichzeitig sinkt die Zahl gelisteter Firmen (-50% seit 1996), was einen enormen Bedarf an privatem Kapital auslöst. Dabei sind es längst nicht nur kleine „Klitschen“ im frühen Stadium, die sich dem PE-Anleger anbieten. Die private Haltedauer verlängere sich, erklärt Pauls. Vor allem US-Techkonzerne und Fonds haben erkannt, dass es sich lohnt, länger für sich zu bleiben und die Rendite abseits des Marktes zu optimieren.

Für die PE-Industrie mit ihrem Wachstumsdrang ist es ebenso wichtig wie lukrativ, diesen mittlerweile größten Pool an noch nicht erschlossenem Kapital für sich zu nutzen. Die Wachstumsprognosen sind überaus rosig. 14% jährliches Plus in den kommenden zehn Jahren bezeichnet Pauls für das Marktsegment Private Equity noch als konservativ. Unberücksichtigt bei dieser Rechnung seien die Nachholeffekte der „private individuals“, die PE als Anlageklasse zunehmend nutzen wollen. Die Gelder der Privaten sind nicht zuletzt deshalb gern gesehen, weil sie dazu beitragen, die Investorenbasis zu verbreitern. Lässt sich doch so die herrschende Abhängigkeit von großen Schlachtschiff-Investoren wie Staatsfonds etwas abfedern.

{{ name }} Chart
{{ name }} Aktie auf wallstreet:online

Weitere Empfehlungen der Redaktion

| PLATOW EURO FINANCE Beteiligungsforum | 29. November 2021

Der Immobiliensektor hat durch Corona nicht nur gelitten. Die Pandemie hat gleichermaßen Licht wie Schatten auf das renditestarke Lieblingsasset der klassischen Anlagewelt geworfen.…

| PLATOW EURO FINANCE Beteiligungsforum | 29. November 2021

Zum neunten Mal hat PLATOW, moderiert von Immobilienexperte und PLATOW-Autor Werner Rohmert, vier Gewinner mit der kupfernen Zeitkapsel ausgezeichnet. In der Kategorie „Wohnen“ gewann…

| Finanzdienstleister | 26. November 2021

Nach -70 Mio. Euro Verlust im Vorjahr kommt die Nord/LB nach neun Monaten im laufenden Jahr auf einen Gewinn von 122 Mio. Euro. Auch im Gesamtjahr winken schwarze Zahlen.

| Halbleiter | 26. November 2021

Erstmals konnte Infineon in einem Gj. (per 30.9.) die Umsatzmarke von 11 Mrd. Euro knacken und damit die Erlöse des Vj. (8,57 Mrd. Euro) um 29% übertreffen. Dabei stieg die für die…