Ein Hauch von Wall Street in der deutschen Fußball-Bundesliga

Konzerne, ob deutsche oder internationale, sind Fußballfans bereits gewohnt. Nun steigt das erste Mal ein Finanzinvestor bei einem Bundesligaverein ein. Der US-amerikanische Private Equity-Investor KKR engagiert sich bei Hertha BSC. Begleitet wurde die Transaktion von der Kanzlei Noerr unter Federführung der Partner Christian Pleister (Corporate, Berlin/Frankfurt) und Dirk Lentfer (Commercial & Real Estate, Berlin).

Hertha BSC und der Investor KKR haben eine strategische Partnerschaft geschlossen, die auf mindestens sieben Jahre angelegt ist. KKR wird 61,2 Mio. Euro in den Fußballclub investieren und erhält dafür eine Minderheitsbeteiligung von 9,7% sowie einen Sitz im Aufsichtsrat. Außer diesem Sitz hat KKR zunächst keinen direkten Einfluss auf sportliche Entscheidungen, aber die Möglichkeit, den Anteil auf 33% aufzustocken und einen zweiten Sitz im Aufsichtsrat zu erhalten. Hertha BSC wird mit dem Geld aus dem Verkauf an KKR seine Kredite von knapp 37 Mio. Euro größtenteils zurückzahlen. Darüber hinaus will der Club Marketing-, TV- und Catering-Rechte zurückkaufen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte der Verein gut 7 Mio. Euro Verlust gemacht. Der Berliner Fußballclub war bereits seit über zehn Jahren auf Investorensuche. Während das Management den Deal bejubelt, dürften die 60 Mio. Euro für KKR eher unter ferner liefen fallen. Vor einer Woche erwarb das Unternehmen erst die US-Firma Sedgwick für satte 2,4 Mrd. US-Dollar.

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