Comfort

Innenstädte bleiben unter Vor-Corona-Niveau

_ Der Einzelhandelsspezialist Comfort legte aktuell eine Untersuchung der Besucherzahlen in deutschen Einkaufsstädten vor, die auf Basis von hystreet.com-Zahlen jeweils die Frequenzen aus dem April der Jahre 2019 bis 2022 miteinander vergleicht.

Da der Vergleich mit den von Corona und Lockdowns geprägten Jahren 2020 und 2021 hinkt, ist besonders der Blick auf die 2019er-Werte spannend. Die Neuhauser Straße in München verzeichnet, wohl hauptsächlich wegen des Wegbleibens internationaler Touristen, einen Rückgang in der durchschnittlichen Passagenfrequenz von signifikanten 31% gegenüber 2019 (7 532 Passanten/Std. vs. 10 913).

In der Königstraße (Süd) in Stuttgart wurden ebenfalls mit 4 996 Passanten/Std. rund 27% weniger Besucher registriert als 2019, in Köln waren es -13% (7 262 Passanten statt 8 326). Die Georgstraße in Hannover sinkt leicht von 6 441 Passanten in 2019 auf 5 681, scheint sich aber nachhaltig in der Spitze zu etablieren. Unter allen Shopping-Metropolen konnte sich lediglich die Düsseldorfer Schadowstraße dem Trend widersetzten und verzeichnete mehr Passanten (5 363 gegenüber 4 567 in 2019). Hier spielte laut Comfort die Fertigstellung des KII (ehemals Kö-Bogen 2) in Verbindung mit der gleichzeitigen Fertigstellung der Fußgängerzone in diesem Bereich die entscheidende Rolle.

Spätestens mit dem endgültigen Wegfall der Corona-Beschränkungen sei laut Comfort davon auszugehen, dass die Passantenfrequenzen auch wieder ein Normalniveau in etwa auf dem Vor-Corona-Level erreichen werden. Trotz des in der Corona-Zeit deutlich gewachsenen E-Commerce sei das Bedürfnis der Menschen nach innerstädtischen Erlebnissen in beliebiger Kombination mit Einkaufen, Essen gehen, Kino- oder Theaterbesuch, Freunde treffen usw. nicht verschwunden und könne durch den Empfang von Online-Paketen auch nicht ersetzt werden, so Comfort. Auch die gegenüber 2020 deutlich verstärkte Neuvermietung von Ladenlokalen im Jahr 2021 unterstreicht diese Annahme aus Sicht der Einzelhändler und Handelsketten, die sich aktuell auf die Zeit nach Corona einstellen und sich strategisch mit neuen Standorten positionieren. Bleibt für die Händler in den Innenstädten zu hoffen, dass die Passanten dann ökonomisch noch in der Lage sind, wirklich zum Einkaufen in die Städte zu kommen und nicht nur zum Flanieren.

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