Umfrage

Woran der Berliner Wohnungsbau krankt

_ Hauptursache für den aktuell schwachen Wohnungsbau in der Bundeshauptstadt seien lange Genehmigungszeiten, steigende Grundstückspreise und die geringe Verfügbarkeit von Bauland, ermittelt eine Umfrage von Rueckerconsult unter in Berlin tätigen privaten Bauträgern.

Bei der Möglichkeit von Mehrfachnennungen sehen 63% der Befragten ihre Vorhaben vor allem durch Verwaltungsvorschriften und -abläufe ausgebremst. 38% beklagen eine mangelnde Kooperation der Ämter. Jeweils 50% sahen den fehlenden bzw. zu teuren Baugrund als Haupthindernis für mögliche Projekte. Die Hälfte der Unternehmen gab an, dass ihnen in den vergangenen fünf Jahren weniger als 50% der beantragten Wohnungen genehmigt worden seien. Lediglich 20% durften alle ursprünglich geplanten Wohnungen auch errichten.

Von abschlägig beschiedenen Baugenehmigungen seien in Berlin insbesondere die Bezieher geringerer Einkommen betroffen. 81% der befragten Unternehmen bestätigten, in den vergangenen Jahren mietpreisgebundene Wohnungen errichtet zu haben. Interessanterweise gehen die Studienergebnisse in keiner Weise auf die politischen Vorstöße wie den Mietendeckel oder sogar Enteignung ein, die statistisch sichtbar zeitgleich zu einem Rückgang der Baugenehmigungen führten und die von großen Wohnungsgesellschaften offen als Investitionshindernisse aufgeführt werden.

Laut dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg ist die Zahl der fertiggestellten Wohnungen in Berlin 2020 um 14% auf 16 337 Einheiten und damit erstmals seit 2009 gesunken. Für den gleichen Zeitraum meldet das Statistische Bundesamt einen Anstieg der Wohnungsfertigstellungszahlen in Deutschland von 4,6% auf 306 376 Einheiten. Eines der größten Hindernisse für den Wohnungsbau in Berlin sei, dass noch unter Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) die Verantwortung auch für größere Bauprojekte an die Ebene der Bezirksverordnetenversammlung abgegeben wurde, begründet Bauwert-Vorstand Jürgen Leibfried den Rückgang. In Berlin selbst müssen Bauträger aktuell in einigen Lagen schon mit 2 500 Euro Grundstückskosten je qm Wohnfläche kalkulieren. Bei den derzeitigen Erstellungskosten könne man damit nur noch in Ausnahmefällen für unter 5 000 Euro je qm bauen, ermittelt die Studie.

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