Kommunikationsbranche

Werbeindustrie im Wechselbad der Gefühle

GWA-Präsidentin und CEO von Wunderman Thompson Germany: Larissa Pohl
GWA-Präsidentin und CEO von Wunderman Thompson Germany: Larissa Pohl © GWA

_ Nachdem die Branche der Kommunikationsagenturen mit einem blauen Auge aus der Corona-Pandemie gekommen ist, bremst nun der Fachkräftemangel die Geschäfte. Die Personalknappheit ist für 80% dieser Unternehmen aktuell das größte Wachstumshemmnis, ergab eine GWA-Umfrage für das abgelaufene Geschäftsjahr. Der GWA ist der Verband der führenden Kommunikationsagenturen Deutschlands.

Die Personalknappheit führte 2021 zu teilweise enormen Umsatzausfällen von bis zu 1 Mio. Euro. 58% der GWA-Mitglieder lehnten Pitches und Neugeschäftsanfragen aus diesem Grund ab. Die Branche sucht derzeit bundesweit über 2 000 Fachkräfte. Unter diesen erschwerten Umständen ist es bemerkenswert, dass die GWA-Agenturen im abgelaufenen Jahr trotzdem ein deutliches Umsatzplus von im Schnitt 8% verbuchten. Konkrete Zahlen nennt der Verband nicht.

Die im November neu gewählte GWA-Präsidentin und CEO von Wunderman Thompson Germany, Larissa Pohl, möchte sich mit ihrem Team in den kommenden zwei Jahren vor allem den Themen Talente und Technologie widmen. Denn der Personalmangel ist in folgenden Tätigkeitsfeldern am größten: Beratung, Technologie & Programmierung, Digitale Kommunikation, Projektmanagement und Konzeption. Ihr Vorgänger, Benjamin Miniack, hatte im ersten Corona-Jahr genau das gegenteilige Problem. 2020 hatten die Werbeagenturen mit einem massiven Stellenabbau zu kämpfen, weil die Folgen der Corona-Krise der Branche hart zugesetzt hatten (s. PLATOW v. 12.10.20). Viele Projekte wurden auf Eis gelegt und offenbar 2021 nachgeholt.

Auch die Arbeit des Branchenverbands wird von immer mehr Agenturen honoriert. Zählte der GWA 2020 knapp 120 Mitgliedsunternehmen, sind es aktuell 132. Wie wir hören, kommen in diesem Jahr weitere dazu. Jüngster Zugang ist die inhabergeführte Agentur OneTwoSocial aus München.

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