Wirtschaft

Wer glaubt, Videospiele seien nur was für pubertierende Teenies, der irrt. Wenn am Dienstag die Kölner Messepforten zum zehnten Mal zur Gamescom (21. bis 25.8.) öffnen, wird unter den über 355 000 Besuchern vom Schulkind bis zum Silversurfer alles dabei sein. Neben den Klassikern für PC und Videokonsole ziehen inzwischen vor allem Smartphone-Spiele immer mehr Menschen in den Daddel-Bann. Für die Games-Branche zahlt sich die große Kundenvielfalt aus. Alleine die 15 größten Anbieter setzen im Vorjahr 10,6 Mrd. US-Dollar mit Videospielen um.

Ob Wohnhäuser oder gewerbliche Flächen, die Preise am deutschen Immobilienmarkt klettern seit Jahren beständig nach oben und kratzen in vielen Regionen bereits an der Toleranzschwelle so mancher privater und institutioneller Investoren. Überschritten ist die Schmerzgrenze aber offenbar noch nicht. Noch hält der Preistrend ungebrochen an, wie der Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) zeigt.

Wenn am morgigen Donnerstag (9.8.) der Schweizer Versicherungskonzern Zurich seine Hj.-Bilanz 2018 für die Gruppe präsentiert, dann wird daran erstmals auch die Arbeit des seit 1.2. amtierenden neuen Deutschlands-Chefs Carsten Schildknecht abzulesen sein. Nach Analysten-Schätzungen soll der Konzerngewinn in den ersten sechs Monaten dieses Jahres deutlich steigen – von 14% Wachstum ist die Rede. Dass der deutsche Markt einen großen Anteil an diesem Erfolg hat, darauf deuten die jüngsten Aussagen Schildknechts hin.

Mit ihrer Ad hoc erschütterte die Deutsche Post im Juni den Kapitalmarkt. Fast eine Milliarde Euro weniger Ertrag soll es 2018 geben, lautete die bittere Pille, die Konzernchef Frank Appel den Investoren damals verabreichen musste (s. PLATOW v. 11.6.). Völlig aus dem Ruder gelaufene Kosten in der Brief- und Paketsparte (PeP) sind der Grund, dass Deutschlands gelber Riese ertragsseitig kräftig strauchelt. Sogar die Trennung von Vorstand Jürgen Gerdes, der mit seinem Aktionismus die Kernsparte der Post über Jahre in diese Misere geritten hatte, konnte den massiven Ertragseinsturz bei PeP nicht mehr abfedern.

Es klingt wie eine Provinz-Posse. In Braunschweig geht die Angst vor einem „zweiten Berlin" um. Nachdem die Bankenaufsicht den Druck auf die Nord/LB massiv erhöht hat, die Vorsorge für ihre Schiffskredite kräftig aufzustocken, werden die Eigenkapitalnöte der Hannoveraner immer drängender. Das Land Niedersachsen als größter Anteilseigner der Nord/LB ist zwar bereit, zusätzliches Eigenkapital nachzuschießen, stößt damit aber auf Widerstand in Brüssel. Um die EU-Kommission zu besänftigen, will die Nord/LB künftig auch private Investoren in ihren Eigentümerkreis aufnehmen. Eine Aussicht, die in der Braunschweiger Kommunalpolitik für reichlich Aufregung sorgt.

Mit der Schließung von immer mehr Bankfilialen, vor allem bei Volksbanken und Sparkassen, sollte auch die Anzahl der guten alten Bankschließfächer zurückgehen. Dürfte man meinen. In den vergangenen Jahren war die Nachfrage in Deutschland nach solchen sicheren Verwahrstellen immer recht stabil. Ob die heutige Generation junger Berufsanfänger ein Bankschließfach überhaupt noch kennt, ist fraglich. Trotz anhaltender Filialbanken-Schließungen steht das kleine geheimnisvolle Stahl-Fach bei Kunden weiter hoch im Kurs. Das hat jetzt eine von PLATOW durchgeführte Befragung der größten Banken in Deutschland ergeben. So bietet etwa die Commerzbank rd. 250 000 Schließfächer bundesweit an. „Wir verzeichnen eine hohe Nachfrage“, sagte uns ein Sprecher. Sogar von „steigender Nachfrage“ ist die Rede.

Für BMW-Manager ist es zum Haareraufen. Obwohl die Münchener bei Dieselmanipulationen mit einer weitgehend weißen Weste dastehen, kann BMW aus dieser Tatsache nur wenig Honig saugen. Die Kunden verzeihen dem „Urheber“ des Dieselskandals Volkswagen fast alles. Wolfsburg jagt von einem Absatzrekord zum nächsten. Das gelingt zwar auch BMW.

Mit jedem Hitzetag spitzt sich das Erntedrama auf deutschen Feldern weiter zu. Der Deutsche Bauernverband spricht inzwischen von einer Krise nationalen Ausmaßes und fordert Soforthilfen in Höhe von 1 Mrd. Euro vom Staat. Der Bund sieht sich dafür jedoch bislang nicht in der Pflicht. Und so gewinnen die Dürrefolgen auch politisch an Brisanz.

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