Wirtschaft

In diesem Jahr war auf dem Goldmarkt und in vielen anderen Anlageklassen wenig zu holen. Aber das Umfeld für den Goldpreis hat sich in den vergangenen Monaten zusehends verbessert. Seit Jahresbeginn ist der Preis für eine Feinunze „nur" um 5% gefallen. Am Freitagnachmittag (7.12.) notierte der Preis bei 1 243 US-Dollar. Seit dem Jahrestief von Mitte August hat sich der Goldpreis um fast 6% berappelt. Nach einem Endspurt in diesem Jahr sollte der Trend auch 2019 weitergehen.

Wolfgang Kirsch, der zunächst 27 Jahre der Deutschen Bank diente, musste sich den genossenschaftlichen Stallgeruch nicht mühsam erwerben. Die seinem Charakter innewohnende Bodenständigkeit, gepaart mit einem persönlich wie fachlich souveränen Auftritt, fern jeder Arroganz, brachte ihm als Seiteneinsteiger schnell hohe Akzeptanz. Nach 16 Jahren Vorstandsarbeit bei der DZ Bank, davon zwölf Jahre als Vorsitzender, wurde er gestern in der Berliner Niederlassung am Pariser Platz in einer unter die Haut gehenden Feierstunde für seine Verdienste geehrt.

Für Frank-Walter Steinmeier hat am Dienstag (4.12.) mit seinem Staatbesuch in China keine leichte Mission begonnen. Und gerade deshalb lässt sich der Bundespräsident reichlich Zeit. Bis zum 10.12. bereist er Guangzhou, Chengdu und Beijing und trifft u. a. mit Staats- und Parteichef Xi Jinping zusammen. Im Fokus der Reise stehen die wirtschaftlichen Folgen der Digitalisierung. Die Tatsache, dass Steinmeier nur knapp anderthalb Jahre später bereits Xis Besuch erwidert, spricht nicht nur für die intensiven deutsch-chinesischen Beziehungen.

Nach dem Verlust des Repräsentantenhauses bei den US-Zwischenwahlen und der Ankündigung von GM-Chefin Mary Barra, mehrere Werke in den USA schließen zu wollen, braucht Donald Trump dringend Verhandlungserfolge im Zollstreit. Am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires einigten sich der US-Präsident und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping über einen "Waffenstillstand" von 90 Tagen im Handelskonflikt der beiden größten Volkswirtschaften.

In ungemütlichen Börsenzeiten wagt die Deutsche Familienversicherung (DFV) nun endgültig den Sprung aufs Börsenparkett, nachdem Anfang November der erste Versuch scheiterte (s. PLATOW v. 15.10.). Wenn am morgigen Dienstag (4.12.) das erst 2007 gegründete Insurtech im Prime Standard der Frankfurter Börse erstmals gehandelt wird, werden neben dem im März neu aufgestellten Vorstand mit Gründer Stefan Knoll an der Spitze auch der Aufsichtsrat sowie die gesamte Belegschaft mit etwa 100 Mitarbeitern vor Ort sein. Der Unternehmenssitz liegt nur einen Steinwurf entfernt von der Börse.

Die Weltkonjunktur steht vor einer Bewährungsprobe. Derzeit sprechen viele Anzeichen dafür, dass sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt. 2019 wird die Weltwirtschaft nach Ansicht der DekaBank nur noch um 3,4% nach voraussichtlich 3,7% in diesem Jahr zulegen. Das sei weiterhin ein ordentliches Wachstum und die Voraussetzungen für eine sanfte Landung seien gut, so DekaBank-Chefvolkswirt Ulrich Kater. Aber jetzt müsse die Konjunktur beweisen, dass sie nach vielen Jahren des Aufschwungs auch ohne geldpolitisches Doping leistungsfähig bleibe, so Kater. Beim Kapitalmarkt ist dagegen schon 2018 der Wurm drin und wird es nach Meinung der DekaBank-Analysten auch im ersten Halbjahr 2019 noch bleiben.

Ein Feuerwerk intelligenter Überlegungen zu den aktuellen Krisenherden in Europa und der Welt, wie es von einem eloquenten Professor erwartet wird, präsentierte der Präsident des ifo Instituts, Clemens Fuest, auf dem 5. Kapitalmarkttagder Privatbank Hauck & Aufhäuser. SeinemVorgänger Hans-Werner Sinn stander darin in nichts nach. Die Ballung politischer Spannungen mit dem Haushaltszwist zwischen Brüssel und Rom, dem Tauziehen um den Brexit und einem möglichen Handelskrieg USA/China ist es nicht allein, die Fuest bekümmert.

Das dürfte US-Präsident Donald Trump gefreut haben. Am Freitag rutschte der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordsee-Sorte Brent unter die Marke von 60 US-Dollar. In der Spitze brach der Ölpreis um fast 5% ein. Der Preis für die amerikanische Leichtöl-Sorte WTI knickte zeitweise sogar um fast 7% ein. Als Anfang Oktober der Ölpreis auf die höchste Notierung seit fast vier Jahren kletterte, zeterte Trump über das teure Konjunktur-Schmiermittel, das den Aufschwung in den USA gefährde.

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