Wirtschaft

Die jetzt im Raum stehende Milliardenhochzeit zwischen BASF-Öl-Tochter Wintershall und dem deutschen Erdöl-Konkurrenten Dea (s. PLATOW v. 27.11.) nimmt weiter Formen an. Mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Zusammenarbeit gaben die Eltern vergangene Woche die Heiratsabsicht bekannt. Ob es nach der Verlobungsphase, in der eine Due Diligence durchgeführt und die konkreten Klauseln des Ehevertrags verhandelt werden, zur Hochzeit kommt, lassen BASF und die Dea-Mutter Letter-One bewusst offen. Dennoch stehen bereits die Eckpfeiler für das kombinierte Geschäft von Wintershall Dea:

Wenn die großen Himmelsstürmer Rekordzahlen melden und Low-Coster weiter auf Wachstumspfaden wandern, dann profitieren davon auch die Flughafenbetreiber am Boden. Einer davon ist Fraport. Vorbei scheinen die harten Zeiten, in denen die Passagierzahlen kaum vom Fleck kamen und zuletzt sogar leicht zurückgingen (2016: -0,5%). Jüngst gab Fraport-Chef Stefan Schulte in Frankfurt eine Prognose für 2017 und einen erstaunlichen Ausblick auf das kommende Jahr.

Während die deutsche Automobilbranche bemüht ist, ihre durch Abgasskandale und Kartellvorwürfe besudelte weiße Weste wieder sauber zu klopfen, läuft es für internationale Autohersteller am deutschen Markt rund, so das freudige Fazit des Automobilverbands VDIK auf seiner Jahres-PK. Gut 3,4 Mio. Pkw (+2,3%) werden in diesem Jahr von den Fließbändern der Importeure auf deutsche Straßen rollen – so viel wie seit acht Jahren nicht mehr. 

Der Bundesverband Öffentlicher Banken, kurz VÖB, mit seinen 62 Instituten, aber auch der vdp Verband Deutscher Pfandbriefbanken mit Mitgliedern von Aareal bis Wüstenrot lassen sich übers Jahr viel einfallen fürs Networking.

Für das beschauliche Duderstadt ist Ottobock ein echtes Schwergewicht. Tatsächlich zählt der Prothesen-Spezialist zu den größten der Welt. Unter der Führung von Gründerenkel Hans Georg Näder, der zugunsten seines extravaganten Lebensstils gerne in die eigene Tasche wirtschaftet, schwächelte der MedTech-Konzern operativ zuletzt erheblich. Darunter leiden vor allem die Investitionen, was auf dem forschungsintensiven Gebiet der Prothesen- und Orthesen-Herstellung, dem Kerngeschäft von Ottobock, schnell zum Problem werden kann. Um die Investitionsdisziplin wieder zu beleben, ohne große Opfer bringen zu müssen, hatte sich Näder den Privatinvestor EQT ins Haus geholt.

Keine Zeit verlieren wollte Niedersachsens Sparkassen-Präsident Thomas Mang. Nur wenige Tage nach dem offiziellen Auszug von Georg Fahrenschon aus der Chefetage der Berliner DSGV-Zentrale am vergangenen Freitag trommelte Mang in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Verbandsvorsteher am Dienstag die mächtigen Sparkassenfürsten in der Frankfurter DekaBank zusammen, um einen Nachfolger für den über einen verschwiegenen Steuerstrafbefehl gestürzten Fahrenschon zu küren.

Die Kunden der privaten Krankenvollversicherung (PKV) mussten in diesem Jahr teilweise deutliche Beitragserhöhungen verkraften. Die sprunghaften Effekte verstellen zwar etwas den Blick auf die mittel- und langfristige Beitragsentwicklung. Zur besseren Einordnung kann hier die Pro-Kopf-Prämienentwicklung in der GKV und PKV von 2008 bis 2018 herangezogen werden, also inkl. der für nächstes Jahr angekündigten aber meist nicht mehr so extremen Erhöhungen in der PKV wie 2017: Während in der PKV die Beitragseinnahmen in diesem Zeitraum um 3,05% stiegen, lag das Prämienwachstum in der GKV bei 3,28%. Trotz dieser im Vergleich zur GKV günstigeren Entwicklung sieht der Verband der Privaten Krankenversicherung für dieses Jahr noch keine Trendwende in der PKV. „Wir bewegen uns auf dem Niveau des Vorjahres“, so ein Sprecher zu PLATOW. Waren 2012 noch über 9 Mio. Menschen krankenvollversichert, liegt die Anzahl heute knapp darunter. Sie tragen zwei Drittel der gesamten Beitragseinnahmen in der PKV (2016: 35,1 Mrd. Euro). Den Rest stellen die immer erfolgreicheren Kranken- bzw. Zahnzusatz-Policen.

Es kam, wie es kommen musste. Wenig überraschend hat die Insolvenz von Air Berlin jetzt das Bundeskartellamt bei Lufthansa auf den Plan gerufen. Die Behörde will die innerhalb weniger Wochen vor allem bei Inlandsflügen stark gestiegenen Preise überprüfen. Das kommt für Lufthansa früher als erwartet. Die Wettbewerbsbehörde hatte sich nach Bekanntwerden der Air Berlin-Pleite zunächst zurückhaltend gezeigt und auf das laufende EU-Verfahren verwiesen.

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