Wirtschaft

Gut zwei Jahre nach dem Start von Solvency II stehen wichtige Elemente des Aufsichtssystems auf dem Prüfstand. Darüber diskutiert die Versicherungswirtschaft auf Einladung des Branchenverbands GDV am Donnerstag (18.10.) in Berlin. Im Mittelpunkt steht der Review-Prozess. Solvency II ist ein europäisches Regelwerk, das bei der EU-Kommission einen hohen Stellenwert hat, wie EU-Vizepräsident Valdis Dombrovskis immer wieder betont.

Das Erfolgsrezept von Fast-Fashionists wie H&M, Zara oder Primark ruhte lange auf einer billigen Produktion in Fernost. Made in Bangladesch, China, Vietnam oder Taiwan ist so zum Sinnbild für die preisgünstigen Mode-Ikonen des Westens geworden. Doch damit ist nun Schluss. Immer mehr Modeschöpfer produzieren inzwischen wieder stärker in Europa, wie aus einer aktuellen McKinsey-Studie hervorgeht. Grund für die Rückverlagerung ist die Schnelllebigkeit der Modetrends, die von den kreativen Köpfen der Fashion-Industrie rasches Umschwenken verlangt.

Im August hat Griechenland als letzter Krisenstaat die Obhut des Euro-Rettungsschirms verlassen. Doch seit die italienische Populisten-Regierung gegen den Widerstand der EU-Kommission teure Wahlgeschenke auf Pump finanzieren und den ohnehin schon riesigen Schuldenberg weiter aufstocken will, macht das Gespenst einer erneut aufkeimenden Euro-Krise wieder die Runde. Die drittgrößte Volkswirtschaft gilt zwar als viel zu groß, um vom Euro-Rettungsschirm aufgefangen werden zu können. Gleichwohl wirft der Schuldenstreit mit Italien auch ein Schlaglicht auf den ESM.

Wenn es schiefläuft, dann richtig – zumindest für Ceconomy. Dass das erste Gj. (per 30.9.) als eigenständiges Unternehmen nach der Aufspaltung der Metro Group im Juli 2017 keine Glanzleistung werden würde, war klar. Zwei Mal musste bereits die Gewinnprognose gekappt werden, doch selbst damit wurde die finanzielle Misere offenbar unterschätzt. Denn nun musste CEO Pieter Haas ein drittes Mal am Zahlenwerk schrauben.

Für viele Landwirte war der heiße Sommer ein Tal der Tränen. Hitze und Dauersonne haben die Saat auf den Äckern in Windeseile zur Reife getrieben. Die Ernte musste früher eingeholt werden, mit deutlichen Verlusten, wie der Bauernverband nicht müde wird zu betonen. Die staatliche Finanzspritze von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner gibt der wohlbehüteten Bauernlobby in Teilen recht, wenngleich die Stütze mit 340 Mio. Euro weit unter den geforderten 1 Mrd. Euro liegt. In Kürze läuft die Bewilligung der Gelder an. Neben den schwer gebeutelten Getreidebauern dürften dann auch viele der 70 000 Milchbauern zum Formular greifen. Und dass, obwohl die Milchpreise gerade wieder anziehen.

Streiks, Insolvenzen, verpatzte Flugpläne und Verspätungen – seit der Pleite von Air Berlin ist das Marktumfeld für Europas Luftfahrt rauer geworden. Ausgerechnet die Dickschiffe Lufthansa und Ryanair, die sich beide lukrative Filetstücke schnappten, haben sich verschluckt. Ryanairs neue Tochter Laudamotion, Nachfolger der Air Berlin-Tochter Niki, dürfte im Gj. 150 Mio. Euro Verlust einfliegen und wird, da die Flotte großteils von Ryanair-Personal betrieben wird, zum Kollateralschaden des lodernden Tarifstreits. Der Kranich hingegen hat die Integration der über 70 Berliner Flieger zeitlich verpatzt und zum sommerlichen Flugchaos beigetragen. Deutlich souveräner hat sich Low Coster Easyjet geschlagen, der 25 Air Berlin-Flieger übernommen hat, die hauptsächlich von Berlin Tegel aus abheben.

Für den Billigflieger Ryanair wird es brenzlig. In gleich sechs europäischen Ländern streikten Piloten und Bordpersonal am Wochenende erneut. Auch in Deutschland. Hier fordern Ver.di und die Vereinigung Cockpit (VC) bessere Arbeitsbedingungen. Dabei hat sich der Ton im tarifpolitischen Streit deutlich verschärft. Es gehe nicht mehr nur um Ängste, nun dominiere die Wut, erklärt Ingolf Schuhmacher, VC-Verhandlungssprecher ggü. PLATOW.

Die verbale Attacke von US-Präsident Donald Trump vergangene Woche vor der UNO gegen das Öl-Kartell Opec, hat den seit Mitte August wieder deutlich steigenden Ölpreis (+15% auf 81,80 US-Dollar, Brent) nicht eingeschüchtert. Das zeigt, dass Trump selber kaum etwas bewirken kann und vom Wohlwollen der Opec abhängt. Auch sein US-Energieminister Rick Perry spielt bislang nicht mit und will die eigenen Ölreserven vorerst nicht anzapfen. Vor einer Woche erst trafen sich die Vertreter der Opec-Länder sowie weiterer ölexportierender Staaten, darunter Russland, um das weitere Vorgehen zu beraten.

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