PLATOW Recht Award

Ein strahlender Gewinner: Christian Horstkotte (Mitte), Partner bei Baker & McKenzie, nimmt den PLATOW Recht-Award von Anne-Kathrin Keller und Albrecht F. Schirmacher entgegen.

Beim 10. PLATOW InvestorenFORUM wurde der Sieger des diesjährigen PLATOW Recht Awards für das „Beste Rechtsberatungsprojekt 2014" gekürt. Baker & McKenzie überzeugte mit der Beratungsleistung bei der Übernahme von E-Plus durch Telefónica Deutschland.

Bei der Beratungsleistung hat die Jury besonders eines überzeugt: Die involvierten Kartellrechtler haben innerhalb strenger rechtlicher Grenzen frühzeitig wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen umgesetzt und Synergien geschaffen. Kartellverfahren dauern lange, für Unternehmen kostet dies Geld. Binnen kürzester Zeit schafften es das Team um die Partner Christian Horstkotte (Kartellrecht), Burkard Göpfert (Arbeitsrecht) und Joachim Scherer (Regulierungsrecht), ein höchst komplexes Gefüge von Regelungen und Maßnahmen zu implementieren, das die Einhaltung der strikten kartellrechtlichen Regeln gewährleistet und einen geordneten und kontrollierten Planungsprozess ermöglichen sollte. So haben es die Anwälte geschafft, die Integration von E-Plus schon vor Abschluss des Fusionskontrollverfahrens zu planen.

Die Fachjury mit Eva Hoßdorf (Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung), Melanie Flessner (Evonik Industries) und Arne Wittig (ThyssenKrupp) betonte die innovative Struktur mit Vorbildfunktion. Diese Transaktion könnte wegweisend für eine Vielzahl weiterer Mobilfunkmärkte in Europa sein, in denen sich ebenfalls Marktkonsolidierungen abzeichnen.

Ebenfalls nominiert waren die Kanzleien Ashurst („Begleitung der 3W Power S.A. bei der erfolgreichen finanziellen Restrukturierung") und Clifford Chance („Restrukturierungstransaktion der Apcoa Parking Gruppe mittels zweier englischer Schemes of Arrangement"). Die Fachjury bewertete die eingereichten Projekte anhand der Kriterien Komplexität und gesellschaftliche Relevanz, Innovation des Lösungsansatzes und der rechtlichen Instrumente sowie Kosten-Nutzen-Relation der Rechtsberatung.

 

 

Die Jury

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    Dr. Melanie Flessner
    Head of Mergers & Acquisitions Legal, Evonik Industries AG

    Dr. Melanie J. Flessner, LL.M., Rechtsanwältin, leitet bei der Evonik Industries AG die Abteilung M&A Legal und ist in dieser Funktion für die rechtliche Gestaltung und Umsetzung aller größeren M&A-Transaktionen des Evonik-Konzerns weltweit verantwortlich. Sie ist, nach Tätigkeiten in der Medienbranche und der Energiewirtschaft, seit 2000 in der Rechtsabteilung des Evonik-Konzerns tätig. Vor Übernahme ihres derzeitigen Aufgabenbereichs war sie zuletzt Leiterin Services Recht Chemie und hat damit langjährige Erfahrung in der Gestaltung aller rechtlichen Fragestellungen, die sich aus dem operativen Geschäft eines global tätigen Chemiekonzerns ergeben, mit einem Schwerpunkt im internationalen Wirtschafts- und Vertragsrecht.

    Dr. Melanie Flessner gehört dem Rechtsausschuss des Verbands der Chemischen Industrie an.

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    Eva Hoßdorf
    Stellvertretender Chefsyndikus, Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA)

    Eva Hoßdorf ist in der Abteilung Recht & Compliance der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung als stellvertretender Chefsyndikus tätig. Nach ihrer Ausbildung zur Bankkauffrau absolvierte sie ihr rechtswissenschaftliches Studium an der Universität Regensburg. Zu ihren beruflichen Stationen gehören die Sparkasse Regensburg, die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA), die ABN AMRO Bank und die Delbrück Bethmann Maffei AG. Der Fokus ihrer Beratungstätigkeit liegt auf den Gebieten M&A, ECM, Asset Management und Private Banking. Im Januar 2009 wechselte sie zu der damals zum Zweck der Bewältigung der Finanzmarktkrise und deren Folgen neu gegründeten FMSA. Dort begleitet sie seitdem die rechtlichen und compliancerelevanten Aspekte der Gewährung, Überwachung und Rückführung von Stabilisierungsmaßnahmen des Bundes sowie der Aufgaben der FMSA im Kontext der Stabilisierung, Restrukturierung und Abwicklung von Banken.

    Sie tritt regelmäßig als Referentin für Themen des Rechts der Finanzmarktstabilisierung sowie der Restrukturierung und Abwicklung von Banken auf.

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    Arne Wittig
    General Counsel, ThyssenKrupp AG

    Als Group General Counsel und Leiter des Corporate Function Legal in der Zentrale von ThyssenKrupp in Essen verantwortet Arne Wittig die rechtliche Beratung des Technologiekonzerns weltweit. Den Schwerpunkt seiner fachlichen Arbeit bildet die Beratung zur Corporate Governance börsennotierter Aktiengesellschaften und zum Kapitalmarktrecht. Daneben verfügt Arne Wittig über umfassende Kenntnisse im Bank- und Bankaufsichtsrecht auf Grund seiner langjährigen Tätigkeit für die Deutsche Bank, wo er bis 2012 die Rechtsabteilung für Deutschland und Zentraleuropa leitete. Internationale Erfahrungen hat er durch eine zweijährige Tätigkeit als Jurist in der New Yorker Filiale der Bank erworben.

    Neben seiner beruflichen Tätigkeit betreut Arne Wittig als Redaktionsmitglied den Beitragsteil der Wertpapier-Mitteilungen und ist Mitglied des Vorstands der Bankrechtlichen Vereinigung. Zudem fungiert er als Herausgeber für die 4. Auflage des von Kümpel begründeten Handbuchs zum Bank- und Kapitalmarktrecht.

Kriterien

  • Die Jury bewertet Ihre Einreichungen insbesondere nach den Hauptkriterien Innovation und Komplexität der entsprechenden Rechtsberatung.

    Das von Ihnen eingereichte Projekt sollte daher die individuelle Strukturierungsherausforderung der konkreten Beratung hervorheben.

    Ferner sollte deutlich werden, welche rechtlichen Instrumente dem Mandanten als Lösungsansätze an die Hand gegeben wurden, ggf. inwiefern diese innovativ bzw. neuartig sind und welche Relevanz sie in Bezug auf den deutschen Markt haben.

    Auf einer zweiten Stufe fließt der Aspekt der Effizienz in die Beurteilung des eingereichten Rechtsberatungsprojekts ein. Die Kosten-Nutzen-Komponente sowie die gewählte Arbeitsform der Kanzlei sollten bei der Beschreibung Ihres Projekts daher ebenso dargestellt werden.

    Auf dieser Stufe wird die Jury ihren Blick nach Möglichkeit auch auf die gesellschaftliche Relevanz des von Ihnen vorgestellten Projekts richten. Daher sollte auch dieser Punkt ggf. entsprechend von Ihnen formuliert werden.

    Das Themengebiet ist generell frei wählbar. Einen besonderen Schwerpunkt legt die Jury dieses Jahr auf den Bereich Trust und Wealth Management. Überzeugen Sie beispielsweise mit einer kreativen Beratungslösung zu den Feldern Stiftungsgründung, Nachfolge- oder Testamentsgestaltung.

    Ausschreibung „Bestes Rechtsberatungsprojekt 2014“

Gewinner und Nominierte 2013

    • Beim PLATOW Recht Award für das „Beste Rechtsberatungsprojekt 2012“ konnte die Sozietät Allen & Overy mit ihrer Beratungsleistung im Zusammenhang mit der Restrukturierung der Pfleiderer-Gruppe überzeugen. Die börsennotierte Pfleiderer AG und ihre Tochtergesellschaften wurden von der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise schwer getroffen. Im Herbst 2010 bat die Unternehmensgruppe daher um einen Aufschub ihrer Zahlungsverpflichtungen unter verschiedenen Finanzierungsverträgen im Gesamtvolumen von rund 767 Mio. Euro. Die sich anschließende Restrukturierung der Pfleiderer-Gruppe wurde rund zwei Jahre später im November 2012 durch einen Insolvenzplan erfolgreich abgeschlossen, nachdem der vorhergehende Versuch einer außergerichtlichen Einigung im Frühjahr 2012 gescheitert war. Die Sozietät Allen & Overy hat in diesem Zusammenhang die Banken des Lenkungsausschusses beraten, namentlich die Commerzbank, Deutsche Bank, KfW Bankengruppe, Portigon (ehemals WestLB) sowie UniCredit.

      Ebenfalls nominiert waren die Kanzleien Baker & McKenzie („Rechtsberatung beim Verkauf der Putzmeister Gruppe“) und Hogan Lovells („Beratung der Leiser-Gruppe im Insolvenzverfahren mit Eigenverwaltung“). Die Fachjury bewertete die eingereichten Projekte anhand der Kriterien Komplexität und gesellschaftliche Relevanz, Innovation des Lösungsansatzes und der rechtlichen Instrumente sowie Kosten-Nutzen-Relation der Rechtsberatung.

Gewinner und Nominierte 2014

    • Im Rahmen des 9. PLATOW InvestorenFORUM wurde am 7. Mai 2014 der Sieger des PLATOW Recht Awards für das „Beste Rechtsberatungsprojekt 2013“ gekürt. Viele Bewerbungen internationaler und deutscher Großkanzleien wurden eingereicht, überzeugen konnte die Sozietät Hogan Lovells mit ihrer Beratungsleistung der Citi als Abwicklungsstelle einer innovativen Aktiendividende und einer 1,1 Mrd. Euro Bezugsrechtsemission der Deutsche Telekom AG.

      Die Hauptversammlung der Deutsche Telekom AG hatte am 16. Mai 2013 beschlossen, eine Dividende in Höhe von 0,70 Euro zu zahlen. Den Aktionären wurde die Möglichkeit eingeräumt, ihre Dividende erstmalig entweder in bar ausgezahlt zu bekommen oder stattdessen neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung zu erhalten. Hierzu wurde eine neuartigen Transaktionsstruktur umgesetzt: Die Deutsche Telekom AG führte eine Kapitalerhöhung zur Schaffung dieser neuen Aktien aus dem genehmigtem Kapital durch. Dabei wurde den Aktionären ein Angebot zum Bezug der neuen Aktien unterbreitet, wobei das Bezugsrecht nur in der Weise ausgeübt werden konnte, dass mit seiner Ausübung Dividendenansprüche in entsprechender Höhe an Citi abgetreten und Miteigentumsanteile an den jeweiligen Inhaberglobalgewinnanteilsscheinen an Citi übertragen wurden. Citi nahm die Funktion der Zeichnungs- und Abwicklungsstelle ein. Die neuen Aktien wurden am 13. Juni 2013 zum Börsenhandel zugelassen.

      Ebenfalls nominiert waren die Kanzleien Ashurst („Beratung des chinesischen Staatskonzern AVIC beim Erwerb des deutschen Anlagebauers KHD“) und GSK Stockmann + Kollegen („Beratung eines Minderheitenaktionärs im VestCorp-Fall“). Die Fachjury bewertete die eingereichten Projekte anhand der Kriterien Komplexität und gesellschaftliche Relevanz, Innovation des Lösungsansatzes und der rechtlichen Instrumente sowie Kosten-Nutzen-Relation der Rechtsberatung.

Formale Anforderungen

    • Bitte reichen Sie maximal zwei Rechtsberatungsprojekte Ihrer Kanzlei mit einem Umfang von jeweils maximal 10 000 Zeichen ein.

      Benennen Sie idealerweise zwei, mindestens aber eine Referenz(en) Ihres Mandanten mit den entsprechenden Kontaktdaten, so dass die Jury ggf. darauf zurückgreifen kann.

      Bitte senden Sie Ihre schriftliche Einreichung in vierfacher Ausführung an folgende Anschrift:

      PLATOW Recht | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
      Frau Anne-Kathrin Keller
      Stuttgarter Straße 25
      60329 Frankfurt am Main

      Ausgeschlossen sind Projekte, für die ein Unternehmen, bei denen eines der Jurymitglieder angestellt ist, das Mandat vergeben hat.

      Der Einsendeschluss für den PLATOW Recht Award "Bestes Rechtsberatungsprojekt 2014" ist der 31. Januar 2015.

      Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.