DekaBank prophezeit für Ende 2019 die Wende am Kapitalmarkt

DekaBank-Hauptsitz im Frankfurter Trianon-Hochhaus DekaBank-Hauptsitz im Frankfurter Trianon-Hochhaus
© DekaBank
(28.11.2018)

Die Weltkonjunktur steht vor einer Bewährungsprobe. Derzeit sprechen viele Anzeichen dafür, dass sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt. 2019 wird die Weltwirtschaft nach Ansicht der DekaBank nur noch um 3,4% nach voraussichtlich 3,7% in diesem Jahr zulegen. Das sei weiterhin ein ordentliches Wachstum und die Voraussetzungen für eine sanfte Landung seien gut, so DekaBank-Chefvolkswirt Ulrich Kater. Aber jetzt müsse die Konjunktur beweisen, dass sie nach vielen Jahren des Aufschwungs auch ohne geldpolitisches Doping leistungsfähig bleibe, so Kater. Beim Kapitalmarkt ist dagegen schon 2018 der Wurm drin und wird es nach Meinung der DekaBank-Analysten auch im ersten Halbjahr 2019 noch bleiben.

In diesem Jahr war bislang in keiner der klassischen Anlagen eine nennenswerte positive Rendite zu erzielen. „Eine solche Konstellation hat es noch nicht gegeben“, betont Kater. Auch Rohstoffe wie Gold oder Rohöl liegen im Jahresvergleich hinten. Selbst der als Anlagealternative zu Jahresbeginn gepriesene Bitcoin verzeichnete dramatische Einbrüche. Für die Ertragspause an den Finanzmärkten machen die Experten des Sparkassenanbieters nicht etwa den Handelsstreit, Brexit oder Italien verantwortlich. Vielmehr sei es eine einzigartige makroökonomische Konstellation, verursacht durch die geldpolitische Wende in den USA, die Irritationen und den Trendwechsel an den Kapitalmärkten hervorgerufen hat. Auch im 1. Hj. 2019 bleibe die Geldpolitik der große Unsicherheitsfaktor für die Konjunktur und damit für die Aktienmärkte.

Hinzu kommt die Finanzpolitik der neuen italienischen Regierung, die nach Katers Ansicht das Zeug für eine Eurokrise 2.0 habe und für hohe Schwankungen an den Finanzmärkten sorgen könnte (s. S. 1). Und würde die EU mit US-Zöllen belegt, gehörte Deutschland zu den Hauptleidtragenden. Ab der zweiten Jahreshälfte rechnet DekaBank-Kapitalmarktstratege Joachim Schallmayer dann aber wieder mit „hervorragenden Einstiegsmöglichkeiten“ für einen langfristigen Portfolioaufbau mit Aktien und Unternehmensanleihen. Wer die Nerven behalte, sollte dafür belohnt werden. Die enttäuschenden Ergebnisse des Anlagejahres 2018 müssten ohnehin im Zusammenhang mit den sehr guten Ergebnissen in den Vorjahren gesehen werden.