DKB und ING-DiBa feilen an der TechBank der Zukunft

Zentrale der ING-DiBa in Frankfurt Zentrale der ING-DiBa in Frankfurt
© ING-DiBa
(22.10.2018)

Auf dem Weg zum Technologiekonzern mit Banklizenz setzt die DKB neue Impulse in der eigenen Startup-Werkstatt. Um den Anschluss im digitalen Bankgeschäft nicht der Hauptkonkurrentin ING-DiBa zu überlassen, weitet die Berliner Onlinebank das Kompetenzteam ihrer Tochter Code Factory um 13 weitere Mitarbeiter aus. Das gesamte Team, inkl. Gründer, des im August insolvent gegangenen Berliner Fintechs Cringle findet jetzt bei der DKB ein neues Zuhause. Das Unternehmen hatte eine App für Handy-zu-Handy-Zahlungen angeboten und dabei u. a. mit der DKB kooperiert. Weil es keine Investoren gefunden hatte, musste der Betrieb Anfang Oktober eingestellt werden. Auch Sparkassen und Volksbanken bieten mittlerweile solche Handy-Zahlsysteme an. Das setzt Fintechs unter Druck.

Dass Cringle nun quasi ein zweites Leben erhält, hat das Team Arnulf Keese zu verdanken. Der Manager ist erst seit  1.7. Chief Digital Officer bei der DKB (s. PLATOW v. 29.6.) und ist von der „Agilität und dem Gründergen mit dem Willen zur Veränderung“ beeindruckt. Zugleich hätten die Gründer und ihr Team Mut zu neuen Technologien und Produkten bewiesen. Aktuell arbeitet die DKB mit fünf Startups zusammen: Clark, Finreach, Gini, PayNow und Barzahlen. Beim Frankfurter Wettbewerber ING-DiBa sind es mit 14 Kooperationen deutlich mehr – im April kam Smartsteuer dazu (s. PLATOW v. 13.4.). Nicht nur deshalb setzt Manager Keese jetzt voll auf die hauseigene Talentschmiede Code Factory, die erst zum 1.6. gegründet wurde und aktuell 24 Mitarbeiter beschäftigt. Wie wir hören, soll das Team bis Ende des Jahres auf insgesamt 32 Mitarbeiter wachsen. Derweil konzentriert sich ING-DiBa verstärkt auf die Vermittlung von Versicherungen für Bankprodukte. Hier haben die Frankfurter mit der exklusiven Partnerschaft mit Axa noch einiges vor. Ein digitaler Masterplan ist aber weder bei der DKB noch bei ING-DiBa erkennbar.