Spotify – Mit Künstler-Deal in die schwarzen Zahlen

Spotify-CEO Daniel Ek will raus aus der Verlustzone Spotify-CEO Daniel Ek will raus aus der Verlustzone
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(12.10.2018)

Kürzlich feierte der Musikstreaming-Dienst Spotify seinen zehnten Geburtstag. Es ist den Schweden in dieser Dekade gelungen, den Musikmarkt komplett umzukrempeln und das Musikhören zu revolutionieren. Nicht gelungen ist ihnen hingegen, Gewinne zu machen. Und aktuell sieht es auch nicht so aus, als würde sich das in absehbarer Zeit ändern. Die Ende Juli veröffentlichten Hj.-Zahlen weisen einen operativen Verlust von 131 Mio. Euro aus.

Doch der Musikanbieter, der im April den Gang an die New Yorker Börse wagte (vgl. PB v. 6.4.), arbeitet emsig daran, die Verluste zu verringern. So stieg die wichtige Anzahl der bezahlenden Premium-Nutzer zum 30.6. auf 83 Mio. (+40%) – insgesamt nutzen weltweit 180 Mio. Menschen den Dienst. Der durchschnittliche Umsatz je Kunde kletterte im Q2 um 12% auf 4,89 Euro, der Konzernerlös betrug zum Hj. 2,4 Mrd. Euro (+26%). Doch nicht nur durch kundenbedingte Umsatzsteigerung sollen die EBIT-Verluste schrumpfen und sich nach 324 Mio. Euro 2017 in diesem Jahr auf rd. 250 Mio. Mio. Euro verbessern. Auch ein neuer Deal mit den Künstlern soll dabei helfen. Ihnen bietet Spotify die Möglichkeit, ihre Musik direkt hochzuladen, ohne dass Drittanbieter oder Plattenfirmen benötigt werden. Anstatt wie bisher 52% des Umsatzes je Stream an die Firmen zu bezahlen, die dann wiederum 15 bis 50% an die Musiker weitergaben, kann Spotify nun 50% direkt an die Künstler ausschütten. Diese leicht geringeren Ausgaben verbesserten bereits im Q2 die Bruttomarge von 23,0 auf 25,8%. Doch dieser Schritt ist riskant. Denn die Labels stellen noch immer den größten Content auf der Plattform. Mit ihnen darf es sich Spotify nicht verscherzen, da längst weitere Wettbewerber auf den Markt drängen.

Wir hatten im April geraten, die Aktie (149,48 Euro; LU1778762911) zunächst zu beobachten. Nachdem sie im Juli ihr Allzeithoch bei fast 200 Euro erreichte, ist sie nun wieder auf dem damaligen Niveau angekommen. Allein im Oktober verlor das Papier über 17%. Es fehlt also nicht nur an Gewinn, sondern auch an Momentum. So lange sich das nicht ändert, halten wir ein Investment für sehr riskant.

Eine Einschätzung zur Spotify-Aktie lesen Sie in der PLATOW Börse.