Coco-Cola – Warum sich hoher Kaufpreis für Kaffee-Kette auszahlt

Hauptsache Koffein: Coca-Cola vertreibt künftig auch Kaffee. Hauptsache Koffein: Coca-Cola vertreibt künftig auch Kaffee.
© Maik Bolbeth www.pixelio.de
(06.09.2018)

Nachdem wir in der vergangenen Woche Pepsi mit seinem Zukauf Sodastream analysierten, wollen wir nun den bekanntesten Softdrink-Hersteller Coca-Cola unter die Lupe nehmen. Denn auch dieser Getränkekonzern will seine Geschäftsbasis aufpolieren. Für 5,1 Mrd. US-Dollar soll bis Mitte 2019 die Akquisition der britischen Kaffeehauskette Costa abgeschlossen werden und der Einstieg bei Heißgetränken gelingen. Zwar verkaufen sich Sprite, Fanta und Coca-Cola noch gut, aber immer mehr gesundheitsbewusste Konsumenten suchen Getränke mit weniger Zucker. Deshalb hat der in Atlanta beheimatete Konzern bereits schon länger Tee, Säfte und Wasser im Sortiment.

Mit Kaffee stößt das Unternehmen in ein umkämpftes, aber mit 6% überdurchschnittlich wachstumsstarkes Segment vor. Und die Amerikaner zielen auf die Vielfältigkeit ab, die Costa bietet. So betreiben die Briten 4 000 eigene Cafes und 8 000 Express-Kaffee-Automaten. Den größten Nutzen dürfte Coca-Cola jedoch aus dem Einzelhandelsvertrieb ziehen. Schon bald könnten Kaffeegetränke der Amerikaner in vielen internationalen Supermarktketten angeboten werden. Der auf den ersten Blick mit dem 25-fachen operativen Gewinn hohe Kaufpreis würde sich dann rasch wieder auszahlen.

Einen einschneidenden strukturellen Wandel hat der Softdrink-Gigant mit dem Verkauf von Abfüllgeschäften bereits 2017 begonnen. Die Veränderungen sind noch spürbar: So sank der Umsatz im Q2 (per 30.6.) um 8% auf 8,9 Mrd. Dollar, bereinigt kletterten die Erlöse allerdings um 5%. Ohne Sondereffekte, aber mit deutlichem Gegenwind von der Währungsseite, stieg der operative Gewinn nur um 1% auf 2,9 Mrd. Dollar und der Gewinn je Aktie um 3% auf 0,61 Dollar. Für 2018 erwartet das Management dennoch einen EPS-Anstieg von 8 bis 10%. Mit einem 2019er-KGV von 20 und einer attraktiven Dividendenrendite von 3,5% wird das Papier (44,66 Dollar; US1912161007) vergleichbar zum Wettbewerber Pepsi bewertet. Auch Coca-Cola könnte eine zusätzliche akquisitionsbedingte Geschäftsbelebung erfahren, weshalb wir für die Aktie optimistischer werden.

Eine konkrete Einschätzung zur Coca-Cola-Aktie finden Sie in der PLATOW Börse.