Kroatien – WM-Silber ist auch ein wirtschaftlicher Erfolg

Kroatische Fans feiern ihre Mannschaft kurz vorm Finale ganz in der Nähe des Roten Platzes in Moskau Kroatische Fans feiern ihre Mannschaft kurz vorm Finale ganz in der Nähe des Roten Platzes in Moskau
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(20.07.2018)

Die Fußball-WM in Russland ist Geschichte. Ein historisches Ereignis bleibt aber: Die Teilnahme Kroatiens am Endspiel, bei dem sich im Moskauer Luschniki-Stadion das wirtschaftlich eher schwache EU-Mitglied (BIP: 48,7 Mrd. Euro) und die Industrienation Frankreich (BIP: 2,3 Bio. Euro) gegenüberstanden. Dass am Ende Frankreich auch mit einer gewissen Portion Glück als Weltmeister hervorgegangen ist, dürfte die kroatischen Anhänger nur kurz enttäuscht haben. Das zeigt das Ausmaß der Feierlichkeiten, die über eine halbe Millionen Fans in der Hauptstadt Zagreb der Nationalmannschaft als Verlierer und Vizeweltmeister bereitet haben. Es war eine kollektive Party, wie sie in dem Land so noch nie zuvor gesehen worden war.

Über 250 Journalisten weltweit haben lt. Kroatischer Touristen Vereinigung (HTZ) vom teils emotionalen Empfang der WM-Helden berichtet und damit nicht nur während der WM, sondern auch danach kräftig die Werbetrommel für den stark vom Tourismus abhängigen Adria-Staat gemacht. In Frankreich kam es derweil in verschiedenen Städten zu heftigen Ausschreitungen mit mehreren Toten.

Das WM-Silber ist für Kroatien mit seinen 4,2 Mio. Einwohnern indes Gold wert. Es ist nicht nur ein sportlicher Erfolg, der in die Geschichtsbücher eingehen wird. Auch wirtschaftlich wird das jüngste EU-Land profitieren. Lt. Statistiken der Regierung haben die Kroaten während der WM mehr Geld ausgegeben als zur Weihnachtszeit, als mehr als zwei Mrd. Euro Umsatz registriert wurden. Auch als Urlaubsland wird der Adria-Anrainer künftig weiter profitieren. Nach dem Halbfinalerfolg über England war Kroatien zeitweise der meistgesuchteste Google-Begriff weltweit. Sogar vielen Russen war das Land bis zuletzt eher unbekannt, wie die PLATOW-Redaktion in den vergangenen Tagen in Moskau selbst erfahren konnte. Zuletzt habe es vor allem vermehrt Urlaubsanfragen aus Asien gegeben, heißt es von der HTZ. Dies werde sich aber erst im nächsten Jahr auswirken, weil für dieses Jahr bereits viele Urlaube verplant seien. Aber auch für Investoren verbessert sich die Lage etwas. Die Ratingagentur Fitch hat den Ausblick für Kroatien bereits Anfang Juli von „Stabil“ auf „Positiv“ angehoben und die Bonitätsnote „BB+“ bestätigt.