Autobauer sogar in der Imagekrise auf der Überholspur

Die Produktion deutscher Karossen läuft 2018 auch mit Dieselskandal, drohenden Fahrverboten und Trump auf Hochtouren. Die Produktion deutscher Karossen läuft 2018 auch mit Dieselskandal, drohenden Fahrverboten und Trump auf Hochtouren.
© Audi
(04.07.2018)

Das Jahr 2018 geht für die deutsche Automobilindustrie so turbulent weiter, wie 2017 geendet ist. Der Dieselskandal lässt die Branche nicht los. Nach Ermittlungen gegen Ex-VW-Chef Martin Winterkorn wanderte zuletzt Audi-CEO Rupert Stadler wegen seiner Beteiligung an den Manipulationen in U-Haft. Obendrein prüfen immer mehr Innenstädte die Einführung von Fahrverboten. Beides geht nicht spurlos an der erfolgsverwöhnten Branche vorbei.

Satte 20% weniger Diesel (32,1%) wurden lt. Kraftfahrtbundesamt im 1. Hj. 2018 neu zugelassen. Der Benziner legt dagegen um 16% auf gut zwei Drittel der Pkw-Neuzulassungen zu, so dass unterm Strich ein schönes Plus von 2,9% steht. Den herben Einbruch des Diesels machte der neue VDA-Präsident Bernhard Mattes auf seiner ersten Hj.-PK des Autoverbandes unumwunden zum Thema.

In Berlin räumt er reumütig den massiven Glaubwürdigkeitsverlust der Schlüsselindustrie ein. Doch würden solch schwere Imageprobleme andere Branche wie die Banken ins Mark treffen, strotzen die deutschen Autokönige weiter vor Stärke und Zuversicht. Gut laufende Märkte und weltweit starke Produktion deutscher Karossen (Prognose: +1% auf 16,7 Mio. Einheiten) veranlassen Matthias Wissmanns Nachfolger, die Verbandserwartung für 2018 anzuheben: Für das laufende Jahr rechnet Mattes mit einem Zuwachs um 1% auf 3,5 (bisher 3,4) Mio. Pkw-Neuzulassungen. 

Nicht nur den lauthalsen Kritikern des Diesel, der auch unter Mattes zweifellos als klimafreundliche Lösung denn als Problem gilt, bietet die Autoindustrie damit die Stirn. Auch Donald Trump verfehlt mit seiner Strafzoll-Hetze gegen europäische Autokonzerne die gewünschte Wirkung. Einseitigen Zollerhöhungen müsste eine Gegenreaktion folgen, fordert der VDA-Chef und bricht damit eine Lanze für die enorme Wichtigkeit europäischer Geschlossenheit.