Mynaric webt das Kommunikationsgeflecht der Zukunft

Mynaric will mit seiner Technik den Globus vernetzen Mynaric will mit seiner Technik den Globus vernetzen
© Mynaric AG
(08.06.2018)

Wo Glasfasernetze für den Breitbandausbau nicht möglich oder zu teuer sind, will Mynaric die technische Lösung für den Datenhunger der Menschheit bereitstellen. Die Münchner bauen Laserkommunikationssysteme, die große Mengen an Daten über weite Strecken zielgenau und sicher zwischen Flugzeugen oder Satelliten transportieren. Das ist ein Zukunftsmarkt, bei dem aber noch nicht klar ist, wer am Ende auf der Gewinnerseite stehen wird.

Mynaric liefert jedenfalls die Technologie, die Firmen wie Google, Facebook, SpaceX und Telesat dazu nutzen wollen, jenen rd. 3 Mrd. Menschen Zugang zum Internet zu verschaffen, die in abgelegenen Regionen der Welt leben. Aber auch andere Anwendungen sind möglich: Am Donnerstag (7.6.) wurde ein Vertrag zur Übermittlung von Daten in der Präzisionslandwirtschaft bekannt gegeben.

Ehemalige Mitarbeiter des Forschungsinstituts Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gründeten 2009 das Unternehmen. „Durch unsere Forschung haben wir einen Vorsprung von etwa drei bis fünf Jahren vor der Konkurrenz", so Mynaric-CEO Wolfgang Peschko. Die jüngst bekannt gewordene Kooperation mit dem französischen Forschungsinstitut Leti CEA Tech soll den Vorsprung weiter sichern. Mit Airborne Wireless Network läuft zudem bereits der erste Test mit rd. 20 Flugzeugen. Aktuell wird die Entwicklung von Terminals für den Einsatz in der Raumfahrt vorangetrieben – noch 2018 sollen erste Testgeräte ausgeliefert werden, verriet uns Peschko am Rande der Münchner Kapitalmarktkonferenz.

Der Markt für diese Anwendungen ist riesig und hat ein enormes Wachstumspotenzial. Schon 2017 hatte das Geschäft mit optischen Kommunikationssystemen weltweit ein Volumen von etwa 17,5 Mrd. US-Dollar – mit jährlichen Wachstumsraten von rd. 10%. Mynaric wird wegen seines Wissensvorsprungs an diesem Marktwachstum überdurchschnittlich partizipieren. Bislang schreibt das Unternehmen wegen der hohen Vorleistungen für die notwendigen Tests noch Verluste. Die Gewinnschwelle könnte nach unseren Schätzungen aber schon 2019 erreicht werden, wobei der Gewinn je Aktie mit 0,25 Euro noch eher bescheiden ausfallen wird. Das daraus resultierende KGV von über 200 ist nur durch die steile Wachstumskurve der Folgejahre gerechtfertigt.

Bei der Aktie (54,70 Euro; DE000A0JCY11) wurden wir am 5.2. mit einem Verlust von 12,3% ausgestoppt. Inzwischen ist aber die übertriebene Anfangseuphorie aus dem Markt und das Papier hat zudem bei knapp unter 48 Euro einen festen Boden ausgebildet.

Unsere aktuelle Einschätzung zur Aktie von Mynaric lesen Sie in der PLATOW Börse v. 8.6.17