Für die HSH Nordbank lohnt der Abschied aus der Sparkassenwelt

Für die HSH Nordbank lohnt der Abschied aus der Sparkassenwelt
© HSH Nordbank
(06.03.2018)

Bereits am vergangenen Mittwoch, Hamburg und Schleswig-Holstein hatten mit Unterzeichnung des Kaufvertrags die Privatisierung der HSH Nordbank gerade erst auf den Weg gebracht, hat die HSH beim Bankenverband Hamburg ihren Mitgliedsantrag eingereicht. Nach der auf zwei bis drei Wochen angesetzten Prüfung des Antrags durch den Regionalverband geht das Anliegen der HSH weiter an den BdB. Die Eile ist nachvollziehbar.

Die HSH muss nach Ausscheiden aus dem öffentlich-rechtlichen Lager in die Einlagensicherung der Privaten wechseln, was drei Jahre Vollmitgliedschaft im BdB voraussetzt. Aus der öffentlich-rechtlichen Institutssicherung scheidet sie zwei Jahre nach Beendigung der Mitgliedschaft im DSGV aus. Für das fehlende Jahr stehen die Sparkassen, die noch vor einem Jahr weit höhere HSH-Belastungen befürchten mussten, wohl gerade. Notfalls wird der Austritt aus dem DSGV etwas verzögert.

Mit dem jetzt bekanntgegebenen Ergebnis von 290 Mio. Euro v. St. und einer mittelfristig auf 1 300 oder weniger sinkenden Mitarbeiterzahl (s. PLATOW v. 21.2.) ist die HSH bereits auf die Größe einer großen Sparkasse geschrumpft. Weitere Restrukturierungen dürften anders als bei anderen Banken zudem kaum auf großen Widerstand stoßen. Die neuen HSH-Gesellschafter Cerberus, Flowers, GoldenTree, Centaurus und Bawag haben jetzt die Gelegenheit, mit einem von allen Altlasten bereinigten und schlank aufgestellten Haus nicht nur deutschlandweit Potenziale zu heben, sondern vor allem auch im reichen Hamburg und seinem Speckgürtel.

Zittern muss da vor allem die Haspa. Bisher durfte die HSH als Landesbank der größten deutschen Sparkasse bei bestimmten Kunden wie Mittelständlern mit weniger als 50 Mio. Euro Umsatz keine Konkurrenz machen. Diese Einschränkungen fallen (möglicherweise nach einer Übergangsfrist) jetzt weg. Auch vermögenden Privaten und Instis dürfte die HSH Nordbank, die sich spätestens drei Monate nach dem für Q2 oder Q3 vorgesehenen Closing auch umbenennen muss, künftig einiges zu bieten haben. Der Weg vom Firmenkundengeschäft, auf das sich die Bank bisher fokussiert hat, zum Private Banking und Wealth Management ist kurz. Schon heute hat die HSH 4 Mrd. Euro Assets under Management.