Deutsche Börse – Wirbelwind Weimer

Deutsche Börse – Wirbelwind Weimer
@Deutsche Börse
(23.02.2018)

2018 soll zu einem Jahr des „Neuaufbruchs“ werden, verkündete Theodor Weimer auf seiner ersten Bilanz-PK als neuer Vorstandschef der Deutschen Börse. Im Visier hat der ehemalige HVB-Lenker dabei vor allem eine Beschleunigung des Umsatzwachstums. Damit liegt Weimer auch voll auf der Linie seiner Investoren, denen ein forciertes Wachstum wichtiger sei als mehr Ergebnis. Da die Börse ein skalierbares Massengeschäft betreibe, sei sie „zum Wachsen verdammt“. Das hält Weimer jedoch nicht davon ab, weiterhin strikt auf die Kosten zu achten. Nach dem Stillstand im vergangenen Jahr im Gefolge der geplatzten Fusion mit der Londoner LSE und den Querelen um seinen Amtsvorgänger Carsten Kengeter drückt Weimer nun aufs Tempo.


Bereits am 30.5. will der Börsenvorsteher auf einem Investorentag seine strategische „Roadmap“ sowie die neujustierte Mittelfristplanung präsentieren. Dann will Weimer auch die Katze aus dem Sack lassen, in welchen Geschäftsfeldern er noch zusätzliches Wachstumspotenzial wittert. Dabei sind auch Akquisitionen für Weimer keineswegs tabu. Die größten Wachstumschancen, so viel ließ der Börsenchef schon einmal durchblicken, erhofft sich Weimer von der erwarteten Neuordnung des bislang in London monopolisierten Euro-Clearings nach dem Brexit. Weimer ist denn auch überzeugt, dass nach dem EU-Austritt Großbritanniens zumindest ein Teil des Clearing-Volumens auf den Kontinent verlagert wird. Darauf drängen neben der EZB auch die großen Banken, die nach dem Brexit nicht alle Eier in einen Korb legen wollen. Dieses Geschäft will Weimer nach Frankfurt holen. Das Marktvolumen im Euro-Clearing beziffert der Börsen-Lenker auf gewaltige 1 000 Mrd. Euro pro Tag. Im vergangenen Jahr lancierte die Deutsche Börse bereits ein attraktives Beteiligungsmodell für internationale Großbanken, um das Clearing-Geschäft mit Euro-Derivaten auszubauen. Mittlerweile wickelt die Deutsche Börse für diese Institute bereits ein Clearing-Volumen von 40 Mrd. Euro ab. Bis 2019 streben die Frankfurter einen Marktanteil im Euro-Clearing von 25% an. Den daraus resultierenden Umsatz taxiert CFO Gregor Pottmeyer auf 70 Mio. Euro.