Royal Bank of Scotland - Damoklesschwert US-Strafzahlung bleibt hängen

Royal Bank of Scotland - Damoklesschwert US-Strafzahlung bleibt hängen
© Royal Bank of Scotland
(20.02.2018)

Sehr zuversichtlich zeigte sich Royal Bank of Scotland-Chef Ross McEwan bei der Präsentation der Q3-Zahlen im vergangenen Oktober, dass es noch 2017 gelingen werde, den Rechtsstreit mit dem US-Justizministerium um zweifelhafte Hypotheken-Verbriefungen abzuschließen. Es ist das letzte große Verfahren, das die RBS in den USA noch durchstehen muss, um die Sünden der Vergangenheit endgültig hinter sich zu lassen und die zu 71% von der britischen Regierung teilverstaatlichte Bank fit für die Privatisierung zu machen.

Doch aus dem erlösenden Deal mit dem US-Justizministerium ist noch immer nichts geworden. Das liegt vor allem daran, dass McEwan in Washington schlicht die Ansprechpartner für eine Übereinkunft mit der US-Behörde abhandengekommen sind. Denn nach dem Amtsantritt von Donald Trump im Weißen Haus mussten in sämtlichen Ministerien fast alle Spitzenbeamten ihren Job quittieren. Viele der freigewordenen Stellen sind bis heute noch nicht wieder besetzt und die Neulinge an den Schalthebeln der Macht müssen sich erst noch in die komplizierte Materie einarbeiten. Für McEwan ist das mehr als ärgerlich. Auf der Bilanz-PK am 23.2. dürfte der RBS-Lenker zwar erstmals nach langen Verlustjahren wieder einen Nettogewinn für 2017 verkünden, weil die erwartete Strafzahlung in den USA ausgeblieben ist. Getrübt wird die Freude über das voraussichtliche positive Ergebnis jedoch von der Aussicht, dass die drohende Milliarden-Strafe nun die Bilanz für 2018 verhageln könnte.

Dabei wollte McEwan im laufenden Jahr endlich zeigen, dass die von Altlasten befreiten operativen Fortschritte seines Umbauprogramms auch unterm Strich Früchte tragen. Für 2018 hatte der RBS-Chef denn auch einen Gewinn fest versprochen. Dieses Ziel ist durch die Verzögerungen in Washington jetzt aber zumindest gefährdet. Der ungelöste Rechtsstreit mit dem US-Justizministerium dürfte zudem die geplante Privatisierung der RBS erschweren. Anleger mögen keine Investments mit unkalkulierbaren Rechtsrisiken.

Bislang plant die britische Regierung den ersten Schritt zur Re-Privatisierung der RBS noch vor dem Ende des Haushaltsjahrs 2018/19. Dabei sollen zunächst RBS-Aktien im Volumen von 3 Mrd. Pfund auf den Markt geworfen werden. Insgesamt will die Regierung innerhalb von fünf Jahren 15 Mrd. Pfund aus der RBS-Privatisierung erlösen.