ING-DiBa – Lichtblick im deutschen Bankensektor

CEO Nick Jue gibt auf der Bilanz-PK die neue Marschroute vor: Mit "Mobile-First"-Strategie zum Digital-Leader. CEO Nick Jue gibt auf der Bilanz-PK die neue Marschroute vor: Mit "Mobile-First"-Strategie zum Digital-Leader.
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(02.02.2018)

Der seit Sommer 2017 amtierende CEO der Frankfurter Direktbank ING-DiBa, Nick Jue, hat seine Feuertaufe bestanden. Gleich auf seiner ersten Bilanz-PK kann der gebürtige Niederländer mit einem neuen Rekordergebnis in Höhe von 1,234 Mrd. Euro (+3%) aufwarten. Das Geschäftsvolumen stieg um 7% auf 288 Mrd. Euro. Getragen wurde das Wachstum besonders vom margenträchtigen Wertpapiergeschäft (+20% auf 37 Mrd. Euro), das um 100 000 neue Kunden-Depots auf jetzt 1,2 Mio. Depots anstieg. Die Zahl der Girokonten erhöhte sich ebenfalls um 20% auf nun 2,1 Mio. Privatkonten. Über alle Sparten hinweg zählt die Bank jetzt über 9,1 Mio. Kunden (+3%) und will bis Sommer 2019 die doch etwas ambitionierte, magische Marke von 10 Mio. Kunden erreichen.

Keinen Hehl macht Unternehmenslenker Jue auch daraus, künftig noch stärker im Wholesale Banking (+19% auf 31 Mrd. Euro Firmenkundenkredite) wachsen zu wollen. Bis 2022 soll ING-DiBa zu den fünf größten Firmenkundenbanken aufsteigen. Je nach Betrachtungsweise sieht der CEO sein Institut derzeit zwischen Rang 8 und 10. Gleichgültig ob Privat- oder Firmenkunden, die künftige Marschroute definiert Manager Jue so: Mit „Mobile-First“ zum Digital-Leader.

Die jüngsten Geschäftszahlen von ING-DiBa und Comdirect (s. PLATOW v. 31.1.) verdeutlichen, wie gespalten der deutsche Bankensektor ist. Während die Direktbanken mit geringen Kosten und scheinbar einfachen Digitalisierungsstrategien von einem Bilanz-Rekord zum nächsten eilen, tun sich die großen Bankenhäuser mit ihren Umbaumaßnahmen schwer. Allen voran die Deutsche Bank, die aus den Schlagzeilen nicht herauskommt und am heutigen Freitag zum dritten Mal in Folge einen Verlust vermelden wird.