Südzucker – Licht und Schatten des liberalisierten Marktes

Mit starken Exportzahlen erntet Südzucker die Früchte seiner frühen Arbeit. Mit starken Exportzahlen erntet Südzucker die Früchte seiner frühen Arbeit.
© Foto Thomas Kauffelt Südzucker AG
(12.01.2018)

Zwiegespalten stand die wohlbehütete zuckerproduzierende Industrie Europas der im Oktober vergangenen Jahres ausgelaufenen Zuckermarktverordnung gegenüber. Der Chance, unbegrenzt den weltweiten Markt bedienen zu dürfen, steht die Angst vor der globalen Konkurrenz gegenüber. Branchenprimus Südzucker zieht als einer der ersten Bilanz für das erste Quartal (Q3) nach der Marktliberalisierung, mit durchwachsenen Ergebnissen.

Die Exporte, so heißt es aus der Konzernzentrale, seien im süßen Kerngeschäft deutlich angestiegen. Damit erntet Südzucker die Früchte der frühen Arbeit. Bereits vergangenes Frühjahr hatten sich die Mannheimer mit dem Ausbau von Logistik und Vertrieb u. a. durch die Anmietung 240 zusätzlicher Eisenbahnwaggons für den Massentransport zu zentralen Seehäfen auf den exportfreundlichen neuen Markt vorbereitet. Die Kehrseite: Seit Oktober fallen die Erlöse im Segment Zucker, sowohl für EU-Absätze als auch für Exporte spürbar. Dies habe trotz Export-Boom das Ergebnis belastet. So kletterte im Q3 (per 30.11.) der Gesamtumsatz zwar um über 6% auf 1,81 Mrd. Euro. Dennoch fiel operativ mit 103 Mio. Euro (-13%) deutlich weniger ab als im Vj.. Auch unterm Strich knickte der Gewinn gut 45% auf 55 Mio. Euro ein. Ein starkes erstes Hj. vor der Marktöffnung half der Bilanz. Auf Neunmonatssicht konnte der MDAX-Konzern den Umsatz um 8% auf 5,3 Mrd. Euro steigern und den Überschuss immerhin leicht um 1,8% auf 260 Mio. Euro verbessern (s. PLATOW Börse).

Im Großen und Ganzen sieht sich CEO Wolfgang Heer gut genug aufgestellt, um an der Prognose zu schrauben. Für das Gj. 2017/18 erwartet Südzucker nun 6,9 Mrd. bis 7,1 Mrd. Euro (bisher: 6,7 Mrd. bis 7 Mrd. Euro). Das operative Ergebnis wird weiter bei 425 Mio. und 500 Mio. Euro gesehen. Der globale Wettbewerb wird für Europas Zuckerhersteller jedoch hart bleiben. Das Analysehaus F.O. Licht etwa rechnet in 2017/18 mit einem Produktionsüberschuss des süßen Pulvers. Trotz eines Anstiegs des globalen Verbrauchs auf rd. 184 Mio. t dürften sich rd. 71 Mio. t an Überschuss anhäufen. Ca. 5,7 Mio. t sind 2017 von den Feldern des Weltmarktführers Südzucker gekommen.