Bei Biotechnologie-Aktien ist Geduld gefragt

Bei Biotech spielt sich vieles im Labor ab Bei Biotech spielt sich vieles im Labor ab
© Sartorius AG
(03.01.2018)

Die Biotechnologie gilt wegen der demographischen Entwicklung und der größer werdenden Möglichkeiten der Medizin als Sektor der Zukunft. Dabei sein ist bei Biotech-Aktien aber nicht alles, denn der Weg von der medizinischen Idee bis zum marktreifen Produkt ist lang, steinig und endet nicht selten in einer Sackgasse. Nicht jeder kann dabei wie die Berliner Morphosys auf eine breite Palette möglicher Wirkstoffe zurückgreifen. Daher werfen wir dieses Mal einen Blick auf Werte der zweiten Reihe. Fazit: Das risikolose Investment gibt es nicht, und fast immer ist ein langer Atem gefragt.

Das TecDAX-Unternehmen Medigene konzentriert sich auf Immuntherapien gegen Krebs. Die Planegger warten derzeit auf die Zulassung einer Phase I/II-Studie für ihre T-Zellen-Rezeptoren – dabei könnte es nach unseren Informationen sogar schnell gehen. Längerfristig angelegt ist dagegen eine Forschungspartnerschaft mit RXi Pharmaceuticals. Hier sollen T-Zellen der zweiten oder dritten Generation aufgemotzt und damit in schwierigen Krebsfällen einsetzbar werden. Das klingt noch nach Zukunftsmusik, aber wir halten die Aktie (12,79 Euro; DE000A1X3W00) für sehr aussichtsreich.

Bei Epigenomics wurden unsere Erwartungen enttäuscht. Die Berliner hatten gehofft, noch 2017 von der FDA einen höheren Preis als die zuletzt genannten 125 US-Dollar für ihren Darmkrebs-Bluttest Epi proColon genehmigt zu bekommen. Stattdessen wurde die Entscheidung an regionale Behörden weitergereicht, weil es kein bundesweites Konkurrenzprodukt gibt. Damit verzögert sich die Preisfindung vermutlich bis September 2018. Bei der Aktie (4,15 Euro; DE000A11QW50) wurden wir wegen dieser News Anfang Dezember mit einem Kursverlust von 18% ausgestoppt, für ein Neuengagement ist es zu früh.

Biofrontera bekam dagegen in dieser Woche gute Nachrichten von der FDA. Die Behörde erlaubte eine neue Phase-III-Studie für weitere Anwendungen des Hautkrebs-Bekämpfers Ameluz. Die Leverkusener haben in den ersten neun Monaten (per 30.09.) den Umsatz um 155% auf 7,3 Mio. Euro erhöht, wobei die USA fast die Hälfte der Erlöse beisteuern. Unter dem Strich bleibt v. a. wegen der dort notwendigen hohen Vertriebs- und Marketingausgaben ein Verlust von 14,6 Mio. Euro. Bei der Aktie (4,20 Euro; DE0006046113) sind PB-Leser seit Erstempfehlung v. 6.7.16 mit 58% im Plus, sie ist aber weiter eine Wette auf eine deutliche Geschäftsausweitung.

Unsere aktuellen Einschätzungen zu Medigene, Epigenomics und Biofrontera lesen Sie in der PLATOW Börse vom 25.12.2017.