Fraport wächst schneller als geplant

Fraport wächst schneller als geplant
© Fraport AG Fototeam Stefan Rebscher
(10.12.2017)

Wenn die großen Himmelsstürmer Rekordzahlen melden und Low-Coster weiter auf Wachstumspfaden wandern, dann profitieren davon auch die Flughafenbetreiber am Boden. Einer davon ist Fraport. Vorbei scheinen die harten Zeiten, in denen die Passagierzahlen kaum vom Fleck kamen und zuletzt sogar leicht zurückgingen (2016: -0,5%). Jüngst gab Fraport-Chef Stefan Schulte in Frankfurt eine Prognose für 2017 und einen erstaunlichen Ausblick auf das kommende Jahr.

So wird Fraport bis Jahresende rd. 64 Mio. Fluggäste, also 5% mehr als im Vorjahr, begrüßt haben. 2018 dann, und dies sei nur eine erste Einschätzung, betonte Schulte, könnten gar 67 Mio. erreicht werden. Bislang hieß es, 68 Mio. bis 70 Mio. Passagiere seien denkbar. Allerdings erst 2020, wenn der Pier G, der eigens auf Low-Coster-Strukturen ausgelegte Flugsteig des neuen Terminals 3, eröffnet wurde. Es ist daher wahrscheinlich, dass Fraport zur Bilanz-PK im Frühjahr eine aufpolierte Passagierprognose präsentieren wird.

Das Wachstum entwickle sich schneller als erwartet und langsam stoße der Airport in Frankfurt an seine Kapazitätsgrenzen, so ein Sprecher im PLATOW-Gespräch. Die Luftfahrt habe sich auf breiter Front erholt. Nicht nur Lufthansa gibt wieder ordentlich Gas, generell steigen Auslastungen und Flugangebote wieder. Die Low-Coster, an die Fraport zuletzt gut 1 Mio. Kunden an umliegende Flughäfen verloren hatte, seien nur ein Wachstumstreiber – aber ein sehr wichtiger. Zum Low-Coster-Flughafen wird Lufthansas Heimat-Hub zwar nicht werden. Dass der Anteil von Ryanair, Easyjet & Co. aber auf bis zu 10% klettere (aktuell 2,8%), sei durchaus denkbar, so der Sprecher. Schließlich hat Fraport die Eröffnung des Pier G extra um drei Jahre vorgezogen, damit sich die Billig-Anbieter am hessischen Drehkreuz möglichst schnell heimisch einrichten können. Terminal 3 soll erst 2023 an den Start gehen.

In Frankfurt zu wachsen reicht Schulte nicht. Der Anteil des Auslandsgeschäfts (aktuell 35%) soll mittelfristig die Hälfte des Ergebnisses ausmachen. In Brasilien hat Fraport binnen weniger Monate zwei Flughäfen übernommen. Derzeit bewerbe sich Fraport um den Betrieb eines neuen Terminals am New Yorker Flughafen Newark, verriet Schulte.