Lobbyverbände der Banken - Berliner Community liebevoll umgarnen

Lobbyverbände der Banken - Berliner Community liebevoll umgarnen
© VÖB
(05.12.2017)

Der Bundesverband Öffentlicher Banken, kurz VÖB, mit seinen 62 Instituten, aber auch der vdp Verband Deutscher Pfandbriefbanken mit Mitgliedern von Aareal bis Wüstenrot lassen sich übers Jahr viel einfallen fürs Networking.

„Regierungen kommen und gehen, aber der Pfandbrief bleibt bestehen", rief vdp-Präsident Louis Hagen, die momentane Stimmung in Berlin gut treffend, beim traditionellen Jahresempfang seinen Gästen zu und leitete über zu Tina Hassel, der übers Fernsehen bekannten Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, die auf Grund der völlig ungeklärten Lage in Berlin trotz ihrer Nähe zur Macht wenig Verlässliches über das sagen konnte, was Deutschland in der nächsten Legislaturperiode erwartet.

Etwas substanzieller war dann schon das „Berliner Podium zum Jahresgutachten des Sachverständigenrats", zu dem Iris Bethge, Hauptgeschäftsführerin des VÖB, geladen hatte. Wirtschaftsweise Isabel Schnabel erläuterte im Schnelldurchgang, was der Rat Regierung und Notenbank empfiehlt. Das ist nicht eben wenig: 1. Den Rückenwind für Reformen nutzen. 2. Die geldpolitische Wende wegen der Rückschlagsgefahr nicht weiter hinausschieben. 3. Mehr in Digitalisierung investieren. Hier setzte Fachkollege Michael Hüther (Kölner IW Institut), selbst lange Jahre für den SVR tätig, mit seiner Kritik an.

Während sich der SVR dafür aussprach, die Breitbandverkabelung privat zu regeln, sieht Hüther darin ein öffentliches Gut, um das sich der Staat zu kümmern habe. Die Frage, ob denn die Politik auf den Rat der Ökonomen höre, beantwortete Schnabel mit dem Hinweis, die Kanzlerin habe bei Übergabe des Gutachtens gesagt: Wenn es gut laufe, wollten doch alle von dem Kuchen etwas abhaben. Das sagt eigentlich alles.