Royal Dutch Shell ist wieder flüssig

Tanken bei Shell in Oman Tanken bei Shell in Oman
©Royal Dutch Shell
(01.12.2017)

Im Jahr 2016 verhob sich der britisch-niederländische Ölkonzern Royal Dutch Shell fast an der 50 Mrd. US-Dollar schweren Übernahme des Konkurrenten BG Group. Der Ölpreis hatte sich gerade erst von seinem historischen Tief bei rund 30 Dollar je Barrel etwas erholt, konnte sich aber nicht nachhaltig über der für die Produktion bei Shell wichtige Marke von 50 Dollar halten. Der Konzern musste daher seit 2015 einen Teil seiner lukrativen Dividende in Aktien ausbezahlen, um das Geld für notwendige Investitionen in neue Förderstellen mit besserer und günstigerer Technologie zu behalten.

Jetzt hat sich das Blatt gewendet und Finanzchef Ben van Beurden konnte beim Strategietag zu Wochenbeginn rund-herum positive Nachrichten verkünden. Eine strikte Kostendisziplin sorgt dafür, dass Shell schon bei Preisen um 50 Dollar je Barrel profitabel arbeitet. Der gleichzeitig im Vorfeld des gerade laufenden OPEC-Meetings auf rd. 60 Dollar gestiegene Ölpreis lässt den freien Barmittelzufluss höher ausfallen – bis 2020 rechnet van Beurden jetzt mit jährlich 25 Mrd. bis 30 Mrd. Dollar, rd. 5 Mrd. Dollar mehr als vor einem Jahr vorhergesagt. Dieser Geldsegen erlaubt es Shell, die Dividende wieder in bar zu zahlen. Weil gleichzeitig die Schulden durch Verkäufe deutlich gedrückt werden konnten, kann Shell mit einem Aktienrückkaufprogramm die Verwässerung aus früheren Dividendenzahlungen rückgängig machen.

Wir hatten die an der Amsterdamer Börse notierende Aktie (27,04 Euro; GB00B03MLX29) schon im Juni 2016 mit Limit zum Kauf empfohlen (vgl. PB v. 17.6.16), kamen allerdings wegen der Erholung beim Ölpreis nicht zum Zug. In diesem Jahr hinkt das Papier mit einem Zugewinn von 4,1% noch etwas hinter dem breiten Markt hinterher und reflektiert unserer Ansicht nach noch nicht die insgesamt deutlich verbesserten Aussichten. Das bislang erwartete 2018er-KGV von 16 ist vergleichsweise günstig, die Dividendenrendite für 2018 ist mit 5,3% sehr attraktiv. Charttechnisch macht der jüngste Durchbruch durch die 38-Tage-Linie Appetit auf weitere Kursgewinne.

Unsere aktuelle Einschätzung zur Aktie von Royal Dutch Shell lesen Sie in der PLATOW Börse vom 1.12.2017