Für Südzucker beginnt ein neues und ungewisses Zeitalter

Südzucker Tüte Südzucker Tüte
© Foto Thomas Kauffelt Südzucker AG
(02.10.2017)

Viele Konzerne schauen mit Grauen auf bevorstehende Regulierungsvorhaben. Bei der Zuckerbranche ist das Gegenteil der Fall. Mit Stichtag 1.10. endet die EU-Zuckermarktordnung und mit ihr Beschränkungen zu Quotenmengen, Mindestpreisen sowie Exporten. Die Zuckerproduzenten betreten damit Neuland, niemand weiß heute, wie sich die Liberalisierung des Marktes auf die Geschäfte auswirkt. Nur eins ist klar: Der globale Wettbewerb wird härter.


Europas Marktführer Südzucker scheint dies nicht zu fürchten. Die Mannheimer haben bereits im Frühjahr Vorkehrungen für die neuen Rahmenbedingungen getroffen, Logistik und Vertrieb wurden optimiert. Die Anmietung von 240 Eisenbahnwaggons soll den Transport vom Werk zu den Seehäfen sicherstellen. Die massenhafte Ausfuhr des weißen Pulvers (0,8 Mio. t sind laut Konzern möglich, nach 0,25 Mio. t in 2016) kann ab diesem Montag also beginnen. Es bleibt die Frage, ob der Zucker auch Abnehmer findet. Denn die Nachfrage am gedeckten Markt wird durch den Wegfall der Regulierung nicht höher. Ein Sprecher des MDAX-Konzerns macht sich auf PLATOW-Nachfrage darum wenig Sorgen. Schließlich wachse der Markt jährlich um 3 Mio. bis 4 Mio. Tonnen. Auch der Deutsche Bauernverband sieht die Branche gut aufgestellt. Die in diesen Tagen gerodeten Zuckerrüben würden bereits unter den neuen Bedingungen verarbeitet und vermarktet. Gute Aussichten für Südzucker also, zumal der Konzern im 1. Hj. (per 31.8.) die Profitabilität steigern (EBIT-Marge von 7,1 auf 9,7%) und Schulden abbauen (-8,8%) konnte. Gelingt der Eintritt in die neue Welt, dann brechen auch für die Aktie (18,23 Euro; DE0007297004) süße Zeiten an. Scheitert der Konzern jedoch am Wettbewerb, dürfte es mit dem Papier bergab gehen. Den jüngsten Abwärtstrend, der unsere Empfehlung vom 3.2.16 im Mai ausstoppte, konnte es immerhin beenden. Eine aktuelle Einschätzung finden Sie in der jüngsten PLATOW-Börse.