Union Investment-Chef stichelt gegen Deutsche Bank

Union Investment-Chef stichelt gegen Deutsche Bank
© Union Investment
(16.06.2017)

Kritische Wortmeldungen auf den Hauptversammlungen von DAX-Konzernen gehören schon seit vielen Jahren zum Markenzeichen der Union Investment. Zuletzt knüpfte sich die genossenschaftliche Fondsgesellschaft vor allem die Abgas-Sünder von VW und die Deutsche Bank vor.

Da verwundert es kaum, dass auch Union Investment-Chef Hans Joachim Reinke bei seinem Auftritt vor dem Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten kein Blatt vor den Mund nahm, als die Rede auf den geplanten Börsengang der Deutsche Bank-Fondstochter Deutsche Asset Management kam. Die Deutsche Bank verkaufe ihr Tafelsilber, ätzte Reinke. Auch sei es ihm rätselhaft, wie ausgerechnet ein Börsengang die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen fördern solle. Offene Worte fand Reinke auch mit Blick auf die gescheiterte Fusion der Deutschen Börse mit der Londoner LSE. Da sei es offensichtlich auch um „persönliche Eitelkeiten" gegangen, monierte Reinke, ohne Börsenchef Carsten Kengeter beim Namen zu nennen.

Hinter Reinkes Kritik steckt jedoch vor allem die Sorge, dass der in seiner Strategie oft wankelmütige Branchenprimus mit dem Börsengang seiner Fondstochter die gesamte deutsche Asset Management-Branche schwächen könnte. Hält Reinke die Fondsbranche doch für einen „unterschätzten Riesen" mit insgesamt 3 Billionen Euro verwaltetem Vermögen, 20 Mio. Kunden und 16 000 Arbeitsplätzen. Etwa 10% der Aktien der an der Börse gelisteten deutschen Unternehmen werden von Fondsgesellschaften aus Deutschland gehalten. Damit bilde die deutsche Asset Management-Branche ein Gegengewicht zu den angelsächsischen Investoren, die vornehmlich bei den DAX-Unternehmen den Ton angeben.