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Kurz und kompakt – Das passierte noch im November 2021

Der Lobbyverband DVFA sieht börsennotierte KMU bei ESG-Investments benachteiligt und deutsche Unternehmen parken derzeit so viel Kapital bei ihren Banken wie noch nie – Weitere News des Monats kurz und kompakt zusammengefasst.

+++ Der Berufsverband der Investment Professionals DVFA warnt vor einer regulatorischen Überforderung von börsennotierten KMU bei der Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards. Fondsgesellschaften und Asset Manager sind im Rahmen der Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) kontinuierlich aufgerufen, alle Portfoliopositionen zu klassifizieren, um so eine ESG-Einordnung des jeweiligen Fonds zu ermöglichen. „Vor dem Hintergrund der kontinuierlich und zuletzt stark zunehmenden Mittelzuflüsse für ESG-konforme Investments wird klar, wie wichtig die Erfüllung von ESG-Kriterien für börsennotierte Unternehmen ist", so Christoph Schlienkamp, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des DVFA und Portfoliomanager bei der GS&P Kapitalanlagegesellschaft. „Andernfalls droht den Unternehmen die Gefahr, für ESG-Fonds nicht mehr investierbar zu sein.“ Ein umfassendes ESG-Reporting könne laut DVFA derzeit von vielen börsennotierten KMU nicht geleistet werden. Es fehlten ausgebildete ESG-Spezialisten, Datenhaushalte müssten in den Unternehmen erst aufgebaut werden und die externen Berater, die Unternehmen in Richtung einer ESG-Strategie begleiten könnten, stünden nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung. Könnten Fondsanbieter jedoch weder auf Ratings noch auf entsprechende Daten des Unternehmens zurückgreifen, würde diese häufig automatisch als „nicht nachhaltig“ eingestuft. „Damit werden Investments in KMU deutlich erschwert bzw. durch die jeweils fondsspezifische Umsetzung der Offenlegungsverordnung gegebenenfalls sogar systematisch ausgesteuert,“ meint Thorsten Müller, Mitglied des DVFA-Vorstands und Geschäftsführer bei der Lighthouse Corporate Finance GmbH. Der DVFA fordert daher für börsennotierte KMU eine Übergangsfrist zu schaffen, um diesen mehr Zeit für die Umsetzung der geltenden Standards zu geben. Drei Jahre seien aus Sicht des Lobbyverbandes dafür ausreichend.

+++ Derzeit parken Deutschlands Unternehmen soviel Kapital bei ihren Banken wie noch nie: Laut dem “Corporate Cash Barometer” der Sozietät Freshfields Bruckhaus Deringer nicht weniger als die Rekordsumme von 688 Mrd. Euro. Dank des negativen Einlagenzinses von aktuell 0,11% ist das richtig teuer, die Unternehmen zahlen dafür 734 Mio. Euro pro Jahr. Dieser Berg an geparkter Liquidität wächst vor allem seit Ausbruch der Pandemie kräftig an. Lag der jährliche Zuwachs bis Februar 2020 bei 3,1% pro Jahr, schnellte er zwischen März 2020 und März 2021 um 16% in die Höhe. Für Freshfields-Partner Wessel Heukamp unterstreicht diese Summe sowohl die Handlungsfähigkeit deutscher Unternehmen, nach der Krise wieder durchzustarten, angesichts von Negativzinsen und Inflation gleichzeitig aber auch einen enormen Handlungsdruck. “Wir sehen, dass sich deutsche Firmen darauf vorbereiten, noch stärker durch Übernahme zu wachsen oder ihr Geschäftsmodell anzupassen. Der aktuelle M&A-Boom dürfte so schnell nicht zu einem Ende kommen.” Für die Erstellung des Corporate Cash Barometers beauftragte Freshfields die Unternehmensberatung Barkow Consulting. Das in dieser Form erstmals erstellte Barometer basiert auf Daten der Bundesbank und der Europäischen Zentralbank (EZB) und bezieht sich auf liquide Mittel in Form von Bargeld, Sichtguthaben, Tages- sowie Festgeld deutscher Unternehmen. Weitere Details zum Freshfields Corporate Cash Barometer finden Sie hier.

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