F+B/RICS

Neubewertung von Wohnimmobilien durch Corona-Effekt

Während nach Informationen der „Immobilien Zeitung“ der Hamburger Wohnungsspezialist F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt bei Wohnimmobilien eine Neubewertung für möglich hält, sieht der weltweite Immobilienverband RICS weniger Risiken.

F+B erwartet Auswirkungen durch Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit bei rund 2 Mio. Mieterhaushalten in Deutschland. Echte Auswirkungen, Trittbretteffekte und Wechselzurückhaltung könnten zu Planänderungen und Ausfällen bei Mieten und Kaufabsichten führen. Eine dauerhafte Schwächung könnte laut F+B auch eine Neubewertung von Wohnimmobilien nötig machen. Auch wenn finanziell bei den 20 Mio. Mieterhaushalten keine Existenzbedrohung vorliege, würde es für einige Arbeitnehmer in Kurzarbeit knapp werden. Rund 35% der Mieter geben knapp ein Drittel ihres Einkommens für Miete aus. Zu den Mietausfällen käme ein verringerter Umzug in Neubauwohnungen.

Verlängerte Vermietungszeiten und eine verringerte Mietzahlungsbereitschaft dürften insbesondere hochpreisige Angebote unter Druck setzen. Für Eigentumswohnungen im Bestand sieht F+B eher kurzfristig eine gewisse Marktlähmung mit verlängerten Vermarktungszeiten. Bei Neubau-Eigentumswohnungen könne eine Neubewertung von Kostenrisiken und Wirtschaftlichkeit der Projekte notwendig sein. Langfristig hält F+B-Geschäftsführer Bernd Leutner nach der Corona-Krise eine Normalisierung für wahrscheinlich. Eine Neubewertung mag er aber nicht ausschließen.

Nach Angaben der RICS, einer weltweit tätige Berufsorganisation, die über 130 000 Immobilienexperten vertritt, seien in Deutschland die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Assetklasse Wohnen zum jetzigen Zeitpunkt zwar nur schwer abschätzbar und auch von der Länge der Krise abhängig, sollten aber im Vergleich zu anderen Immobilienanlagen vergleichsweise gering ausfallen. Turbulenzen an den Börsen, relativ sichere Mieteinnahmen und sinkende Zinsen machen Wohnimmobilien gerade für institutionelle Investoren besonders in Krisenzeiten eher interessant.

RICS-Chef Martin Eberhardt erwartet kurzfristig eher kein flächendeckendes Szenario, in dem viele Menschen ihre Miete nicht mehr bezahlen können, da der Staat viel tun werde, dies zu verhindern. Das Mietaufkommen werde „sich daher nicht dramatisch reduzieren“. Auch die RICS geht davon aus, dass in den nächsten Wochen bei Privatkunden mit einem spürbaren Rückgang der Verkäufe und Neuvermietungen zu rechnen ist. Aus der Formulierung lässt sich im Umkehrschluss aus PLATOW-Sicht durchaus schließen, dass RICS in anderen Immobilienbereichen durchaus spürbare Risiken sieht.

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