Argetra

Stundungen und Staat verhindern Zwangsversteigerungen

_ Wenn sich früher die Zahlen der Zwangsversteigerungen verbesserten, zeigten sie mit Verzögerung ökonomische Prosperität. 2020 ist alles anders.

Auch wenn das vergangene Jahr im Zeichen der Corona-Pandemie ein wirtschaftlich schwieriges Jahr war, hätten die historisch niedrigen Zinsen, viele Stundungsvereinbarungen sowie Kurzarbeitergeld, Zuschüsse oder Sofortkredite und die immer noch sehr hohe Immobiliennachfrage viele Zwangsversteigerungs-Verfahren verhindert, begründen die neuen Argetra-Eigentümer Walter und Arno Ruesch das überraschend gute Zahlenwerk. Nur 50% der eröffneten Zwangsversteigerungsverfahren landen im Gerichtssaal. Der Rest wird freihändig verkauft.

Insgesamt wurden 14 853 Immobilien (-16%) mit Verkehrswerten von 3,15 Mrd. Euro (-8%) aufgerufen. Die durchschnittlichen Verkehrswerte lagen um 13,3% höher als im Vorjahr. Argetra erfasst bei allen knapp 500 deutschen Amtsgerichten die Daten des Zwangsversteigerungsmarkts. Allerdings sei bei Auslauf der staatlichen Unterstützungsprogramme mit einem verstärkten Angebot am Immobilienmarkt zu rechnen. Allein für Gewerbe erwartet die Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing dieses Jahr einen Anstieg des Non-Performing-Loan-Volumens um 50%.

NRW als bevölkerungsreichstes Land mit immer noch virulenten Strukturproblemen hat einen Anteil am Gesamtmarkt von 21%. Bei den Terminen pro 100 000 Haushalte lag Sachsen-Anhalt mit 73 Zwangsversteigerungen trotz eines Rückgangs von 18% noch immer drei Mal so hoch wie Bayern mit 22. Durchschnittlich waren bundesweit im vergangenen Jahr 36 (Vj.: 42) von 100 000 Haushalten von Zwangsversteigerungen betroffen. Zwangsversteigert werden zu 66% Wohnimmobilien. Den Rest von 34% teilen sich Gewerbegrundstücke, Wohn- und Geschäftshäuser, Grundstücke sowie sonstige Immobilien. In Berlin wurden wegen drei Großobjekten die höchsten Verkehrswerte mit durchschnittlich über 1 Mio. Euro je Immobilie aufgerufen. Sachsen-Anhalt bildet das Schlusslicht mit 76 000 Euro. Der Bundesdurchschnitt lag bei 212 266 Euro, nach 195 078 Euro im Vorjahr.

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