Einzelhandelsinvestments bleiben auch weiterhin schwach

Der deutliche Umsatzrückgang des ersten Halbjahrs bei den Retail-Investments hat sich lt. BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) auch im dritten Quartal fortgesetzt. Insgesamt wurden bislang 4,52 Mrd. Euro in Einzelhandelsobjekte investiert (-46%). Das entspricht rund 30% am gewerblichen Gesamtumsatz.

Das geringere Transaktionsvolumen sei aber nicht auf strukturelle Verschiebungen beim Investoreninteresse zurückzuführen, sondern auf das zu geringe Angebot insbesondere im nach wie vor präferierten Core-Segment, meint Geschäftsführer Piotr Bienkowski. Gestützt werde diese Einschätzung auch durch das unverändert stabile Kaufpreisniveau.

Im Vorjahresvergleich hat sich das Transaktionsvolumen in den Top-Standorten um knapp 55% reduziert. Hiervon waren alle Top-Städte betroffen. Die Rückgänge lagen zwischen 47% in Köln und 84% in Düsseldorf. Das Investitionsranking führt Hamburg mit 390 Mio. Euro vor München mit 290 Mio. Euro, Berlin mit 288 Mio. Euro und Frankfurt mit 277 Mio. Euro an. In Köln lag der Gesamtumsatz bei 127 Mio. Euro und in Düsseldorf lediglich bei gut 58 Mio. Euro. Bei der Struktur des Investmentumsatzes sind keine gravierenden Änderungen zu beobachten. Mit einem Anteil von knapp 43% am Transaktionsvolumen liegen Shoppingcenter weiterhin klar an erster Stelle. Hierin spiegelt sich auch der Großdeal von Unibail-Rodamco, die sich umfangreich an mfi und dem Ruhr-Park beteiligt hat, wider. Auf den weiteren Plätzen folgen Fach– und Supermärkte mit einem Anteil von 29% sowie innerstädtische Geschäftshäuser mit gut 21%. Kauf- und Warenhäuser sind mit 7% am Gesamtumsatz beteiligt.

Die Stabilisierung der Spitzenrenditen hat sich auch im dritten Quartal 2012 fortgesetzt, so dass mit Ausnahme einiger absoluter Premiumdeals im Geschäftshaus-Segment, bei denen außergewöhnliche Preise bezahlt wurden, keine gravierenden Veränderungen zu beobachten waren. Die Netto-Anfangsrenditen für innerstädtische Geschäftshäuser bewegen sich unverändert zwischen 4,2% in München, dem teuersten Standort, und 4,5% in Berlin. In Hamburg werden aktuell 4,25%, in Düsseldorf 4,3%, in Köln 4,35% und in Frankfurt 4,45% registriert. Im Durchschnitt der sechs wichtigsten deutschen Standorte bedeutet dies weiterhin eine Spitzenrendite von 4,34%. Für Shoppingcenter ist nach wie vor ein allerdings nur selten erreichter Spitzenwert von 5% zu verzeichnen. Die besten Fachmarktzentren bringen unverändert 6,5%, Top-Fachmärkte ca. 6,9%. Trotz hohen Interesses werde das zu geringe Angebot zu einer deutlichen Verringerung des Investmentumsatzes im Gesamtjahr 2012 führen, erwartet Bienkowski. An der starken Konzentration auf Core-Objekte werde sich in absehbarer Zeit nicht viel ändern.

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