Patrizia-Konsortium erhält Zuschlag für LBBW-Wohnungen

In Stuttgart schlagen erneut die Wellen hoch. Die Umsetzung der EU-Auflage, 21 000 Wohnungen der Immobilien-Tochter der LBBW zu verkaufen, hat Stuttgart 21 aus den regionalen Schlagzeilen verdrängt. Der Ärger resultiert aus der Entscheidung, nicht an das BW-Konsortium mit der Stadt Stuttgart, sondern an ein Konsortium der Patrizia Immobilien AG, Augsburg, zu verkaufen.

Pikant ist, dass die „rot-grüne“ Regierung den in der Wahl versprochenen Paradigmenwechsel in der Wohnungspolitik offensichtlich anders interpretiert hat als die Parteibasis.

Der Kaufpreis beträgt 1,435 Mrd. Euro. Damit dürfte die Transaktion in Deutschland zu den großen des Jahres 2012 zählen. Das von Patrizia geführte Konsortium setzt sich aus fünf deutschen Versicherungen mit etwa 40% des Eigenkapitals – darunter die LVM Versicherung – dem Staatspensionsfonds Schwedens AP3 mit mehr als 25%, einem Schweizer Pensionsfonds (ca. 5%), drei deutschen Versorgungswerken (ca. 25%), einer Sparkasse aus Baden-Württemberg (ca. 3%) und der Patrizia selbst mit ca. 2% zusammen. Laut Medienberichten stemmt die LBBW die Fremdfinanzierung von einer knappen Milliarde Euro selbst. Jährlich sollen etwa 25 Mio. Euro in Wartung und Instandhaltung investiert werden. Die LBBW Immobilien GmbH wird auch weiterhin eigenständig am Markt auftreten. Damit erhöht sich das gemanagte Immobilienvermögen der Patrizia auf ca. 7 Mrd. Euro, von denen gut 80% anderen Investoren gehören. Laut Patrizia kommen in den nächsten Jahren in Deutschland etliche Wohnungsbestände auf den Markt. Man werde sich mit dem Modell, als Co-Investor aufzutreten und starke strategische Partner ins Boot zu holen, diese Portfolios genau anschauen.

Es ist der erste große Verkauf eines regionalen Wohnungsportfolios in Deutschland seit der Finanzkrise. Vor wenigen Wochen hatte in kleinerem Umfang die ZBI ein Wohnungsportfolio der Stadt Gronach mit 750 Wohnungen erworben.

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