Catella Research

Parkhäuser entwickeln sich zu Mobility-Hubs

_ Schon vor fast 20 Jahren beschäftigte sich PLATOW mit dem Thema Kapitalanlagen in Parkhäuser. Bis Ende der 2000er-Jahre blieb aber der Tenor, dass sich private Investments nur mit Unterstützung der Kommunen rechnen können. Wir waren damals schon optimistischer.

Inzwischen hat sich der Parkhaussektor etabliert. Der Parkstress werde noch zunehmen, glaubt Thomas Beyerle, Group Head of Catella Research. Kaum eine Woche vergehe, in welcher nicht eine deutsche Stadt die „oberirdischen Stellplätze“ in Frage stelle. Auch wenn der „Peak Car“, die Anzahl der Pkws, den Höhepunkt in der Summe möglicherweise überschritten habe, sei das keinesfalls ein Abgesang auf Parkhäuser, denen vielmehr ein neues Leben bevorstehe.

Klar sei, dass die Entwicklung der Parkierungsanlagen einem stetigen Wandel unterliege. Auf der einen Seite sei sie durch eine hohe und bisher weiter steigende Nachfrage durch die Pkw-Nutzer vor allem in urbanen Stadträumen und an Mobilitätsknotenpunkten wie z. B. Bahnhöfen gekennzeichnet. Auf der anderen Seite ließen sich Veränderungen im Objekt selbst beobachten. Diese seien zwischen Baunutzungs- und Stellplatzverordnungen, Quartierskonzepten, smarter Bewirtschaftung und E-Konzepten gefangen. Dennoch hätten Investoren diese noch sehr heterogene Assetklasse immer stärker entdeckt. Die Anzahl der Transaktionen steigt stetig. Parkhäuser sind gegenwärtig zwar noch ein Nischenmarkt, zwischen 2015 und 2020 hat es in Deutschland jedoch insgesamt 24 Parkhaus-Transaktionen bzw. 74 Parkhaus-Transaktionen in Verbindung mit einer weiteren Nutzungsart wie Einzelhandel oder Büro gegeben. Investoren finden zunehmend Gefallen an den prognostizierten Erlösen pro Stellplatz und Zeiteinheit. Unterstützt werde diese Erwartung auch durch die Digitalisierung der Parkhaussysteme und durch die Nutzung von Smartphone-Apps.

Nach wie vor steigt die Zahl der Autos um aktuell ca. 1,2%. Im vergangenen Jahrzehnt hat die Fahrzeug-Dichte in Europa um 14% auf 505 Pkw je 1 000 Einwohner zugenommen. Deutschland liegt mit 567 deutlich darüber, wenn auch weit hinter Luxemburg mit 676 Pkw je 1 000 Einwohner. Insbesondere die Anzahl der Zweit- und Drittwagen sei angestiegen. Der Trend gehe weiter Richtung weitgehend autofreie Innenstädte und nachhaltiger Mobilität. Der Marktanteil von Elektroautos steigt. Gleichzeitig geht der Wachstumskurs der CarSharing-Angebote mit aktuell rund 26 000 Fahrzeugen weiter. Parkhäuser haben damit das Potenzial, sich zu sogenannten Mobility-Hubs zu wandeln.

Mit der Zunahme an E-Fahrzeugen und CarSharing-Angeboten können Parkhäuser eine Verknüpfung verschiedener Mobilitätsangebote mit den dazugehörigen Infrastrukturen zur Verfügung stellen. Unterstützt werde diese Bündelung durch die Digitalisierung der Parkhaussysteme. Hinzu komme aber auch ein „neues Denken“ innerhalb der Objektkategorie bzw. Stadtplanung, so Beyerle. So würden neue Quartiersgaragen für ein abgegrenztes Einzugsgebiet den Parkbedarf der dort lebenden Bewohner abdecken und bei Bedarf auch für andere Nutzergruppen zur Verfügung stehen.

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