Umbau der Scout24-Gruppe

Erwartungsgemäß beschränkt sich der Finanzinvestor Hellman & Friedman, der aus Analystensicht für die Anteile tief in die Tasche gegriffen hat, nicht auf die Beobachtung der Entwicklung bei Scout 24. Er greift ordentlich durch. Nach Gruppen-Chef Martin Enderle und ImmobilienScout24-COO Dirk Hoffmann verlässt auch dessen CEO Marc Stilke das Unternehmen. Bereits im November hatte PLATOW den wahrscheinlichsten Veränderungs-Fahrplan kurz zusammengestellt.

Für uns war das optimale Timing des Verkäufers Telekom nicht unbedingt der beste Lebenszyklus-Einstiegspunkt. Für die Mitarbeiter erwarteten wir unter der Ägide eines Finanzinvestors eine eher unangenehme Veränderung der Arbeitsumstände durch Umwandlung in eine kostenoptimierte, börsenfähige Cash Cow. Wir gehen nach wie vor von einer möglichen Freisetzung von 20% oder 30% der Mitarbeiter zur Bilanzoptimierung für einen Exit aus.

Ertragsoptimierung für einen Börsengang verläuft zwangsläufig über Straffung der Gruppen-Struktur und Konzentration auf die Kernkompetenzen. Kappen der Holding und unrentabler Portale sowie die Schließung dann überflüssiger Standorte sind konsequent. Wohl nur Immobilien und Autos leisten in der Scout-Gruppe spürbaren Ertragsanteil. ImmobilienScout24 macht zwei Drittel der Erträge aus. Gleichzeitig können für einen IPO die Kosten für Zukunftsinnovationen heruntergefahren werden. Auch in den Erfolgsportalen dürfte sich ein Wasserkopf gebildet haben. Innerhalb der Kernkompetenzen gibt es viele personalintensive Randbereiche, deren Dienstleistungen vielleicht das Portal abrunden, aber kein Geld abwerfen. Straffungen der Personalkosten sind zu erwarten.

{{ name }} Chart
{{ name }} Aktie auf wallstreet:online

ARTIKEL DIESER AUSGABE