Zur Immobilienmesse MIPIM glänzt Deutschland als sicherer Hafen

Rund 19 500 Messebesucher, davon ca. 2 400 (Vj.: 2 200) aus Deutschland, kamen in diesem Jahr nach Cannes. Das dürften am Ende gut 5% mehr als im Vorjahr gewesen sein. Dennoch äußerten unsere Gesprächspartner nahezu ausnahmslos den Eindruck einer um 10 bis 15% verringerten Besucherpräsenz.

Matthias Danne sieht die MIPIM denn auch eher auf dem Weg zur Arbeitsmesse Expo Real. Gefühlt seien es weniger Besucher gewesen, dafür aber mit mehr Qualität und realistischen Erwartungsebenen, so der Vorstand der DekaBank. Auch Thomas Beyerle von der IVG sieht einen Wandel der MIPIM hin zur Arbeitsmesse. Die Zahl der ausstellenden Unternehmen aus Deutschland hat sich in diesem Jahr von 199 auf 217 erhöht. Insgesamt waren 752 Unternehmen vertreten. Die Ausstellungsfläche soll von gut 18 000 auf knapp 19 000 qm gewachsen sein.

Deutschland gehört mit dem MainTor-Projekt des Frankfurter Immobilieninvestors DIC Asset und dem Refurbishment-Projekt „Alte Post“ der Alstria Office in Hamburg in diesem Jahr zu den Gewinnern der renommierten MIPIM-Awards. Ulrich Höller, Vorstandsvorsitzender der DIC Asset, freute sich über die Anerkennung einer außergewöhnlichen Stadtquartiersentwicklung und die Realisierung eines Projektes von Premium-Qualität. Die Auszeichnung sei darüber hinaus ein großes Kompliment an die Stadt Frankfurt.

Und auch sonst zeigen die Pfeile für die deutsche Immobilienwirtschaft nach oben. Die Flucht in Sachwerte und die Stabilität nach der Krise machten Deutschland für Investoren zum sicheren Hafen, so der Tenor auf der MIPIM. Wulff Aengevelt und ZIA-Vorsitzender Andreas Mattner schließen sich dieser Meinung an. Speziell die Energiewende, bei der Deutschland eine Führungsrolle einnehme, biete Zukunftsperspektiven. Die Branche empfiehlt denn auch erhöhte Abschreibungsmöglichkeiten für energetische Maßnahmen, um den immer noch vorherrschenden Attentismus zu durchbrechen. Michael Denk, bei Catella zuständig für die Betreuung von HNWI und die Region Schweiz, sieht sich durch die Gespräche auf der MIPIM in der zunehmenden Bedeutung des Nachhaltigkeitsaspektes in der Immobilienkapitalanlage bestätigt. Klaus Franken, Chef der Maklergesellschaft von Catella, rundet das Bild von Deutschland als sicherem Hafen ab und betont, noch nie so viel Interesse ausländischer Investoren am deutschen Immobilienmarkt erlebt zu haben wie auf der diesjährigen MIPIM.

Aber auch die USA kämpfen sich zurück: So ist Jamestown-Chef Christoph Kahl von einer kurzfristigen Rückkehr des US-Marktes überzeugt. Jetzt sei die richtige Zeit für den antizyklischen Markteintritt. Laurent Rucker, Leiter Immobilien Ausland bei Hannover Leasing, zeigt sich verhalten optimistisch für den europäischen Immobilienmarkt und besonders zuversichtlich für die USA. Die Amerikaner selbst sehen Ihre Kernimmobilienmärkte New York, Washington, Boston, San Francisco und Seattle inzwischen sehr positiv. Die Preise ziehen an, es werden deutliche Mietsteigerungen erwartet.

Bei allem Optimismus, der auf der diesjährigen MIPIM zu spüren war, zeigt sich Zsolt Sluitner, Leiter Siemens Real Estate, eher verhalten. Der Flächendruck durch den verringerten Flächenverbrauch von Unternehmen in Deutschland gehe weiter. Unternehmen bräuchten dort Flächen, wo die Märkte und Kunden sind. Das sei aber immer weniger Deutschland.

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