Wohnungsmieten steigen langsamer

Umzugsverhalten, Kapitalverfügbarkeit und staatliche Eingriffe sind die zentralen Faktoren der zukünftigen Wohnungsmarktentwicklung. Catella Research hat jüngst eine Standortkarte zur Mietpreisentwicklung von Bestandswohnungen in 49 deutschen Städten vorgelegt. In der Summe sind die Wohnungsbestandsmieten an fast allen untersuchten Standorten seit Januar 2008 gestiegen, wenngleich sich der Anstieg seit Anfang 2014 erstmals deutlich verlangsamt hat.

Dabei differiert die Anstiegsgeschwindigkeit jedoch deutlich. Aktuell hat Magdeburg mit 5,05 Euro die geringste Durchschnittsmiete in Deutschland. Die höchsten Durchschnittsmieten lassen sich in München mit 12,60 Euro, Frankfurt mit 11,45 Euro, Hamburg mit 11 Euro, Stuttgart mit 9,90 Euro und Wiesbaden mit 9,80 Euro messen. Doch nicht überall sind in den vergangenen Jahren die Wohnungsmieten gestiegen. Kiel verzeichnet insgesamt einen Mietpreisrückgang von -6,7% seit 2008, während Braunschweig seither mit 45,5% den höchsten prozentualen Zuwachs erzielte. In vielen Fällen dürften denn auch die Nominalmieten der 90er Jahre bis heute nicht wieder erreicht sein.

Auslöser von Preissteigerungen seien nicht nur Kapitalanleger bzw. Kapitalströme infolge des Niedrigzinsumfelds, sondern primär die Entwicklungen im Marktsegment „Neubau/Erstbezug“ bzw. „Sanierung/Erstvermietung“ an den so genannten Hot Spots wie z.B. im Frankfurter Nordend und Europaviertel oder in Berlin Mitte, erläutert Catella-Chefanalyst Thomas Beyerle. Diese Preisanstiege seien strukturell durch Zuzüge unterlegt. Damit sind schnelle Korrekturbewegungen nicht zu erwarten. An den untersuchten 49 Standorten findet sich keine einzige Stadt mit einem negativen Zuzugssaldo. Dies sei, so Beyerle, Teil der Urbanisierungswelle, die Deutschland seit 2010 erfasst habe.

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