Wohn-Index schwächelt

Die Tops und Flops der deutschen Städte ab 25 000 Einwohner ermittelt der F+B-Wohn-Index Deutschland, der deutschlandweit die Miet- und Preisentwicklung von Eigentumswohnungen, Ein- und Zweifamilienhäusern, Doppel- und Reihenhäusern mit den Trends von Neuvertrags- und Bestandsmieten von Wohnungen und den Ertragswerten von Mehrfamilienhäusern kombiniert. Erstmals seit den erheblichen Preis- und Mietsteigerungen, die der Wohnimmobiliensektor nach dem Höhepunkt der Wirtschafts- und Finanzkrise erlebt hat, lässt die Aufwärtsbewegung im zweiten Quartal 2011 deutlich nach.

Für F+B-Geschäftsführer Bernd Leutner erleben Wohnimmobilien derzeit eine Renaissance als Vermögensanlage. Insbesondere die prosperierenden Metropolregionen profitieren. Im Vergleich zum Vorquartal stiegen die Preise für Eigentumswohnungen in Deutschland um 0,5%, gegenüber dem Vorjahresquartal um 2,3%. Bei Mehrfamilienhäusern ist diese Entwicklung mit 0,3 bzw. 1,5% etwas schwächer. Auch die Neuvertragsmieten legten um 1,1% im Vorjahresvergleich zu. Interessanterweise reagiert der Eigennutzer aber anders als der Kapitalanleger. In den Eigenheimpreisen spiegelt sich das Abkühlen der deutschen Wirtschaft und die Unsicherheit auf den Finanzmärkten. Allein im zweiten Quartal sanken die Preise um 0,8%. Auch die Bestandsmieten verzeichneten Rückgänge um 1,5%. Im Moment kann laut F+B jedoch noch nicht von einer Trendwende, sondern eher von einer Beruhigung einer außergewöhnlichen Entwicklung gesprochen werden.

Während im Bundesländer-Ranking der Stadtstaat Hamburg vor Bayern liegt, führt beim Blick auf die Landeshauptstädte München mit Abstand die Rangliste an. Eigentumswohnungen kosten in München im Schnitt 3 610 Euro, gefolgt von Hamburg (2 500 Euro), Stuttgart (2 350 Euro) und Düsseldorf (2 180 Euro). Auch bei den Neuvertragsmieten ist die bayerische Landeshauptstadt mit 11,70 Euro einsamer Spitzenreiter. Ihr folgen Hamburg und Stuttgart mit jeweils 8,90 Euro und Mainz mit 8,80 Euro. Die Spanne der Wohnungspreise liegt in Hamburg mit 240% des Durchschnittspreises deutlich vor Frankfurt (153%), München (128%) sowie Düsseldorf und Köln (120%). Gleiches gilt für die relative Streubreite der qualitätsbereinigten Wohnungsmieten: Hamburg dominiert mit 164% der Durchschnittsmiete, gefolgt von Düsseldorf mit 100% sowie Frankfurt und München mit jeweils 95%. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ziehen vor allem die Mieten im Umland von Frankfurt überdurchschnittlich an: in Hofheim am Taunus um 3,6% und in Neu-Isenburg um 3,1%.

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