Umfrage

Investoren stellen sich auf dauerhaft höhere Inflation ein

_ Im kommenden PLATOW Special Immobilien werden wir die Konsequenzen der wiedererwachten Inflation für Zinsen und Immobilienpreise unter die Lupe nehmen. Der Glaube, dass sich die EZB langfristig gegen die Fed stellen könne und die Zinsen unten bleiben, weil Peripherieländer sich keine höheren Zinsen leisten können, könnte sich als Trugschluss herausstellen.

Für die Immobilie ist zudem von Bedeutung, welche Inflationserwartungen institutionelle Investoren haben, da allein schon die Erwartungen die Bewertung beeinflussen – sowohl im Bestand als auch im Einkauf.

Nach einer aktuellen Umfrage, die von dem europäischen Fixed Income ETF-Anbieter Tabula Investment Management in Auftrag gegeben wurde, glauben 95% der befragten 100 institutionellen Investoren in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und in der Schweiz, dass die Inflationsraten in den nächsten 12 Monaten oberhalb der von führenden Volkswirten abgegebenen Prognosen liegen werden. 91% gehen davon aus, dass ein signifikanter demographischer Wandel bereits begonnen habe, der mit steigenden Löhnen und inflationärer Wirkung in China und anderen Schwellenländern einhergehe. 97% der befragten Investoren erwarten, dass der Schwenk von Globalisierung hin zur Produktion vor Ort mit stabilen Lieferketten in den nächsten drei Jahren inflationär wirken sollte.

Die fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen von Regierungen und Notenbanken aus aller Welt als Reaktion auf die Corona-Krise haben zu einem starken Anstieg der Inflationsraten geführt, sagt Michael John Lytle, CEO von Tabula. Zudem führten demographische und politische Entwicklungen zu einer Phase höherer Teuerungsraten. Professionelle Investoren müssen sich daher zunehmend einem neuen Umfeld mit steigenden Inflationsraten stellen.

Dem entsprechen auch die Ergebnisse der Umfrage „DIA-Deutschland-Trend“ des Deutschen Instituts für Altersvorsorge. Zwei Drittel der Deutschen gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren die Inflation so hoch wie im Augenblick bleibe oder sogar noch steige. An eine Rückkehr zu den niedrigen Inflationsraten der jüngeren Vergangenheit glaubt nur eine kleine Minderheit. Ein Drittel erwartet eine Inflationsrate von 3 bis 4%, wie es derzeit der Fall ist. 31% befürchten sogar steigende Teuerungsraten bis über 5%. Dabei nehme die Inflationserwartung mit dem Alter zu.

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