JLL-Immobilienuhr spiegelt Krisenresistenz wider

Im vierten Quartal blieben die Spitzenmieten der europäischen Metropolen, die Eingang in den Europa-Mietpreisindex von Jones Lang LaSalle (JLL) finden, stabil, so dass im Vorjahresvergleich der Index um 5,9% zulegte. Insbesondere in den deutschen und skandinavischen Städten ist die Performance erfreulich gut.

Die stabile Nachfrage sorgte für einen Rückgang der Leerstandsquote, die mit 9,9% im Europa-Durchschnitt wieder unter die 10%-Marke rutschte. Die Peripherie-Märkte im Zentrum der Krise stehen dagegen weiter unter großem Druck. Für 2012 erwartet JLL eine weitere Polarisierung zwischen stark gesuchten Core-Produkten und Assets mit höherem Risikoprofil. Solange der Fokus der Investoren auf Core-Assets gerichtet und die Kreditmärkte angespannt seien, dürften die Spitzenrenditen für Büroimmobilien unverändert bleiben, während die Renditen in anderen Marktsegmenten nachgeben würden. Die Stimmung bei Unternehmen und Investoren bleibe anfällig. Insgesamt sei das Einmünden in eine Stagnation wahrscheinlich.

Die europäische Immobilienuhr von JLL zeigt, wie die Spanne zwischen den 36 dort abgebildeten Märkten immer größer wird. 16 Märkte bewegen sich derzeit auf oder vor der 6-Uhr-Position („verlangsamter Mietpreisrückgang“), 11 weitere Märkte befinden sich im Quadranten „beschleunigtes Mietpreiswachstum“, aber nur für Berlin traf ein Mietpreisanstieg auch im vierten Quartal zu. Neun Märkte sind es mittlerweile, die über der 9-Uhr-Position liegen („verlangsamtes Mietpreiswachstum). Im Zyklus weit fortgeschritten befinden sich London, Paris, Zürich und Oslo. Mit einem Büroflächenumsatz von 2,9 Mio. qm ging das Umsatzvolumen im vierten Quartal leicht zurück, jedoch blieb im Jahresvergleich auf Grund des guten ersten Halbjahres ein Plus von 5% gegenüber 2010. Mit 11,2 Mio. qm liegt 2011 auf dem Niveau des 5-Jahresschnitts. Die Fertigstellungspipeline für 2012 liefert mit europaweit 4,3 Mio. qm ein höheres Volumen als im Vorjahr. Es liegt aber immer noch 40% unter dem 5-Jahresschnitt. Die Direktinvestitionen in europäische Gewerbeimmobilien blieben zuletzt robust und führten zu einem europaweiten Transaktionsvolumen für 2011 von ca. 115 Mrd. Euro (+13%). Die anhaltende Vorliebe für Core-Märkte hat Skandinavien (+33%), Deutschland (+28%), Frankreich (+26%), Russland (+81%) und Polen (+33%) ein stärkeres Wachstum beschert.

Ein neuer Report von JLL zeigt, dass sich mehr als die Hälfte aller globalen Immobilieninvestments auf 30 Städte konzentriert. Ein Viertel der Gesamtinvestitionen verteilt sich auf fünf Städte: London, Tokio, New York, Hongkong und Paris. Dies wird sich bis zur Wende des Jahrzehnts ändern, wenn Städte wie Peking, Shanghai, Moskau und São Paulo zu ernsthaften Anwärtern für Immobilieninvestments werden.

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