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Immobilien – Corona wirft Licht und Schatten

Interview mit Esteban de Lope Fend, Geschäftsführer, Deka Immobilien Investment, Frankfurt am Main
Interview mit Esteban de Lope Fend, Geschäftsführer, Deka Immobilien Investment, Frankfurt am Main

_ Für die Immobilienbranche ist Corona außergewöhnlich. Werden die Folgen von Markterschütterungen hier normalerweise erst zeitverzögert erkennbar, sei es diesmal anders, erklärt Esteban de Lope Fend von Deka Immobilien Invest. Der Covid-Schock schlug unmittelbar auf Hotels, Büros und Einzelhandel durch. Und während die Aktienmärkte Corona nur noch im Rückspiegel sehen, stellt sich für die Immobilienbranche angesichts der immensen Verschuldung der öffentlichen Hand und der Inflationssorge die Frage, ob der Sektor an Long-Covid leiden wird? „Jein“. Die meisten Segmente spüren mittel-/langfristig Folgen, aber nicht immer sind diese negativ.

Insgesamt wirkt Corona wie ein Brennglas auf bereits erkennbare strukturelle Veränderungen. So ist etwa die Logistik durch die Krise zum systemrelevanten Gewinner aufgestiegen. Der Bedarf an Lagerhallen im urbanen wie auch ländlichen Raum steigt durch den eCommerce-Boom schon lange und erfuhr 2020 dann einen enormen Schub.

Der Bürosektor muss etwas differenzierter betrachtet werden. De Lope weiß aus der Praxis, dass die meisten Mieter nicht weniger (nur 10% wollen ihre Offices reduzieren), aber andere Büroflächen brauchen. New Work-Konzepte mit neuen Bedürfnissen (vernetzte Technologie, nachhaltige Gebäudegestaltung, flexible Büros) werden den Büromarkt dominieren. Für neue Bauprojekte wird die hybride Zukunft kein Problem werden. Es sind alte Bestandsflächen, die nachziehen müssen. Vorausgesetzt, dass Deutschland das positive Momentum der Digitalisierung nutzt, sieht de Lope für den Büromarkt weiterhin Wachstumschancen (weltweit im Schnitt +3,9%).

Ähnlich ergeht es dem Einzelhandel. Corona verstärkt die sukzessive Umsatzverschiebung ins Internet. In 1A-Lage seien bereits Mietrückgänge und langsamere Rendite-Anstiege zu erkennen. Das Flächenangebot klassischer Warenhäuser schrumpft und auch wenn Shopping-Malls nach wie vor gefragt sind, müssen auch sie sich neuen Anforderungen stellen. Die einfache „kaufen, vermieten, kassieren“-Strategie geht nicht mehr auf. Malls müssen immer mehr dynamischen Entertainment-Charakter haben. Das bedeutet ein höheres Risiko aufgrund kürzerer Mietverträge und des gemischten Angebots (u. a. mit Gastro). Mit Malls ließe sich zwar immer noch gutes Geld verdienen, betont de Lope. Aber als Investment werden sie arbeitsintensiver.

Foto: Esteban de Lope Fend, Deka Immobilien Invest. Fotograf: Jose Poblete

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