Emerging Markets-Bonds bleiben eine interessante Anlagealternative

Im vergangenen Jahr hatten viele risikoreiche Anlageklassen unter der Angst vor einer systemischen Krise gelitten. Gerade auch die Schwellenländer konnten sich von dieser Entwicklung nicht abkoppeln. Die Abwertung vieler Emerging Markets-Währungen gegenüber US-Dollar oder Euro hatte vielfach das Problem verschärft. Doch die Schwellenländer stehen beim Blick auf die Verschuldungskennziffern oftmals besser da als die Industriestaaten. Mit dem Abschwellen der Risikoaversion entdecken die Anleger aber allmählich die Schwellenländer neu.

Beim Wachstum können die Emerging Markets denn auch den Industriestaaten, die mit dem Schuldenabbau beschäftigt sind, weiterhin Paroli bieten. Die bessere Aufstellung der aufstrebenden Regionen wird sich künftig auch in den Ratings widerspiegeln. Viele EM-Bond-Anleger saßen allerdings lange auf Verlusten, weil die Währungen z. T. deutlich abgewertet hatten. Wurde früher die Aufwertungstendenz der EM-Währungen als Argument für ein Engagement auch in den lokalen Bond-märkten herausgestellt, zeigte das vergangene Jahr, dass der Währungsschuss auch schnell nach hinten losgehen kann. Dennoch planen lt. Feri 56,7% der befragten institutionellen Anleger, ihr EM-Rentenengagement auszubauen.

ETF-Angebot ist übersichtlich

Trotz des ETF-Hypes in anderen Anlagesegmenten ist das Angebot an Exchange Traded Funds mit dem Themenschwerpunkt Schwellenländeranleihen noch sehr überschaubar. Noch gravierender wird dies beim Blick auf die Größe der Fonds. Aushängeschild ist sicherlich der iShares JPMorgan $ EM Bond Fund (TER: 0,45%; DE000A0RFFT0), der auf ein Volumen von über 1 Mrd. Euro kommt und oftmals als Benchmark für die aktiven Vertreter der Zunft dient. Nummer zwei (nach Größe) ist der db x-trackers II EM Liquid Eurobond ETF (TER: 0,55%; LU0321462953) mit einem Volumen von rd. 330 Mio. Euro, der jedoch beim Performance-Vergleich mit dem iShares hinterherhinkt, aber auf das Eurobondsegment setzt und somit das Währungsrisiko ausblendet. Im Segment der Lokalwährungsanleihen werden allerdings die meisten Bonds emittiert. Bei den Hartwährungsbonds betreiben viele Schwellenländer nur noch Kurssicherungsmaßnahmen, um sich diesen Weg der Refinanzierung nicht vollkommen zu verschließen. Noch recht neu ist ein semi-aktiver ETF, der PIMCO EM Advantage Local Bond Index Source ETF (TER: 0,60%; IE00B4P11460), mit einem Volumen von 12 Mio. Euro. Er bezieht sich auf einen von PIMCO selbst gestrickten Index in Lokalwährung.

Inflation-Linker als neue Anlageform

Recht neu ist dagegen das Anlagethema der inflationsgeschützten EM-Anleihen. Bei den „Inflation-Linkern“ besteht das Anlageuniversum derzeit lt. Swiss & Global aus elf Ländern. Das größte Marktgewicht haben dabei Brasilien mit 56,1%, Mexiko mit 10,3% und Israel mit 8,6%, wobei sich die Schweizer wie auch der Anbieter Amundi auf den Barclays-Index ohne Argentinien und Kolumbien als Benchmark konzentrieren. Die inflationsgeschützten Anleihen bieten eine laufende Rendite aus den Realzinsen und der Inflationsentschädigung. Daneben profitieren die Linker von steilen lokalen Zinskurven sowie von einem günstigen Inflationsschutz, was dem Kaufkrafterhalt dient. Aber auch für diese Produkte gilt, dass das Währungsrisiko kurzfristig die Performance konterkarieren kann. Wir finden den noch recht neuen (Auflegung: 6.5.11) Amundi-Fonds Bond Emerging Inflation (TER: 1,85%; LU0616242797) interessant. Die empfohlene Anlagedauer beträgt drei Jahre. Für längerfristig orientierte Anleger, die den Kapitalerhalt im Blick haben, ist das Thema Inflationsschutz sicherlich trotz der Währungseinflüsse interessant.

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