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Mexiko – Überraschend gute Chancen

Der IWF sieht Mexikos Entwicklung vergleichsweise positiv voraus.
Der IWF sieht Mexikos Entwicklung vergleichsweise positiv voraus. © CC0

_ Trotz der leichten Abwärtskorrektur des Wachstumsausblicks mit 6,2% und 4% für 2021/22 (zuvor 6,3% und 4,2%) bleibt Mexiko auf einem beachtlichen Erholungspfad. Das Wachstum in den USA und steigende Impfraten sorgen für neue Dynamik nach dem scharfen Einbruch im vergangenen Jahr mit -8,3%. Zu dieser vergleichsweise positiven Einschätzung kommt der IWF in der Vorabmitteilung zum anstehenden Artikel IV-Bericht.

Demnach liegen das verarbeitende Gewerbe und die Exporte bereits über dem Niveau von vor der Pandemie. Der Dienstleistungssektor wird wieder eröffnet, was unterm Strich zu einer Erholung der Beschäftigung führt. Die Behörden haben die außenwirtschaftliche, finanzielle und steuerliche Stabilität in einer sehr schwierigen Zeit erfolgreich aufrechterhalten.

Dennoch hatte Mexiko einen hohen humanitären, sozialen und wirtschaftlichen Preis zu zahlen. Es gab über eine halbe Million Corona-Todesfälle. Das Niveau der Beschäftigung ist trotz der Erholung noch schwach. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung liegen klar über dem Höchststand im Zuge der globalen Finanzkrise. Es sind 4,5 Millionen Menschen mehr arbeitslos oder unterbeschäftigt (weit gefasst) als vor der Pandemie. Das bereits hohe Armutsniveau hat weiter zugenommen. Die jungen Menschen müssen erhebliche Lernverluste hinnehmen, die sich längerfristig negativ auswirken können. Der Einkommensabstand zu den USA hat sich vergrößert und wird noch weiter wachsen. Daher käme es darauf an, den Aufschwung zu sichern, die wirtschaftliche Stabilität zu erhalten und nachhaltiges Wachstum zu fördern. Dies erfordert in erster Linie, dass die anspruchsberechtigte Bevölkerung so schnell wie möglich geimpft wird.

Die Behörden haben während der Pandemie eine konservative Finanzpolitik verfolgt, wobei der Schwerpunkt auf der Begrenzung der Staatsverschuldung lag. Die Unterstützung als Reaktion auf die Corona-Krise war deutlich geringer als die in anderen Schwellenländern. Die Mittel für das Gesundheitswesen, die Sozialrenten für ältere Menschen, Pemex (staatlicher Mineralölkonzern) und öffentliche Investitionsprojekte wurden aufgestockt. Gleichzeitig haben die Behörden die Steuerhinterziehung bekämpft. So haben sich trotz des historischen Abschwungs die Einnahmen erhöht, und die Behörden planen, sie in Zukunft noch zu verstärken. Gleichzeitig vereinfachen sie die Besteuerung für kleine und mittlere Unternehmen sowie Selbstständige.

Damit entsteht Raum für eine gezielte fiskalische Unterstützung in den Bereichen Sozialhilfe, Bildung, Gesundheit und öffentliche Investitionen, was die Belastungen für die Schwächsten der Gesellschaft verringern und das Wachstum fördern würde. Reformen auf der Angebotsseite zur Steigerung der Produktivität und zur Bekämpfung der Informalität würden die Investitionen und das Potenzialwachstum erhöhen.

Damit bietet sich Mexiko für die Lateinamerika-Komponente im EM-Portfolio an angesichts der wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten der anderen Schwergewichte der Region.

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