Fahrdienste

Lyft oder Uber – Womit fahren Aktionäre besser?

E-Autos des Fahrdienstleisters tanken frische Energie in Reihe
E-Autos des Fahrdienstleisters tanken frische Energie in Reihe © Uber

Während Börsengänge am deutschen Markt 2019 noch eine Seltenheit sind, dreht sich in den USA das IPO-Karussell bereits kräftig. In der vergangenen Woche hatten wir an dieser Stelle über Pinterest berichtet, nur wenige Tage später wagte sich der Fahrdienstleister Uber Technologies an der NYSE aufs Parkett. Dieser folgt damit seinem Konkurrenten Lyft, der bereits seit Ende März an der Nasdaq notiert ist.

Neben dem Geschäftsmodell haben die beiden als „Taxi-Schreck“ verschrienen Konzerne aus Kalifornien eines gemeinsam: Sie schreiben dicke Verluste. Die Q1-Zahlen, die Lyft am 7.5. präsentierte, weisen zwar einen Umsatzanstieg von 95% auf 776 Mio. US-Dollar aus. Netto steht der Konzern aber mit über 1,1 Mrd. Dollar in der Kreide. Klar, das IPO war teuer, für die Vergütung mit Aktien wurden 859 Mio. Dollar berechnet. Darum bereinigt bleibt aber immer noch ein Verlust von 211,5 Mio. Dollar. Für das Q2 kündigte Mitgründer Logan Green bereits an, dass sich der Fehlbetrag auf 270 Mio. bis 280 Mio. Dollar erhöhen dürfte, denn Lyft wird kräftig in Service-Stationen, elektrische Tretroller und Fahrräder investieren. Ein Geschäft, das auch Uber verstärkt anpackt. In Berlin stehen die ersten Pedelecs in Deutschland auf den Straßen. Sie sind buchbar über die Uber-App, dem Herzstück des Konzerns, der weit mehr als eine Taxi-Alternative sein will. Die Menschen sollen die App aufrufen, wann immer sie an Fortbewegung denken.Uber-Chef Dara Khosrowshahis Ziel ist es, das Amazon des Transportwesens zu werden und neben Konnektivität und Sharing auch E-Mobilität und Autonomes Fahren anzubieten. Elektrisch sind bereits die Scooter und Fahrräder, das selbstfahrende Auto ist in Arbeit.

Doch eines ist Uber nicht: profitabel. Dem 2018er-Umsatz von 11,3 Mrd. Dollar (+42%) steht ein EBITDA-Verlust von rd. 1,9 Mrd. Dollar gegenüber. Seit Gründung im Jahr 2009 hat der Konzern noch kein Geld verdient. Und auch der Börsengang war trotz Einnahmen von 8 Mrd. Dollar alles andere als ein Erfolg. Vor Wochen hieß es noch, das einst höchstbewertete Startup könne mit 120 Mrd. Dollar bepreist werden. Doch nachdem der Ausgabepreis mit 45,00 Dollar je Aktie (37,80 Dollar; US90353T1007) am unteren Rand der Preisspanne von 44 bis 50 Dollar lag, wurden es nur 82 Mrd. Dollar. Inzwischen ist der Kurs weiter gefallen, Uber nur noch gut 60 Mrd. Dollar wert. Das Lyft-IPO hingegen war ein Erfolg, der Ausgabepreis lag mit 72 Dollar am oberen Ende der Spanne von 70 bis 72 Dollar je Aktie (48,58 Dollar; US55087P1049). 2,2 Mrd. Dollar nahm Lyft ein und war fast 25 Mrd. Dollar wert. Doch die Freude währte nur kurz, es folgte ein Kursverlust von fast 40%, die Marktkapitalisierung fiel auf rd. 13 Mrd. Dollar.

Das Problem beider Fahrdienstvermittler ist, dass sie kein Geld verdienen. Laut Green werde Lyft noch auf Jahre hin nicht profitabel sein und ist zudem nur auf Nordamerika fokussiert. Uber ist hingegen in rd. 60 Ländern vertreten und ein ganzes Stück größer. Die Langfristperspektiven sind beim Marktführer sicherlich attraktiver, weshalb Anleger mit ihm besser fahren dürften. Aktuell halten wir aber ein Investment sowohl bei Uber als auch bei Lyft für zu riskant. Warten Sie bei beiden zunächst ab.


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