Prüfstand

Summiq – Börsengang soll neue Wind- und Solarparks finanzieren

Summiq strebt in München an die Börse
Summiq strebt in München an die Börse © Summiq

Mit dem Erwerb und Betrieb von Onshore-Wind- und Solarparks will Summiq am von der Börse München initiierten Mittelstandssegment m:access durchstarten. Die Zündung wird durch einen von M.M. Warburg & Co. begleitenden Börsengang erfolgen. 7,5 Mio. bis 10 Mio. Aktien (DE000A2YPH73) aus einer KE werden zum Fixpreis von 10,00 Euro je Anteilschein angeboten, womit das Unternehmen bis zu 100 Mio. Euro für die Expansion einnehmen könnte.

Das reicht für den ersten großen Schritt des geplanten 1 GW-Portfolios. Aktuell besitzen die Münchner allerdings nur Windparks mit einer Gesamtleistung von 28 MW in Deutschland und Italien. Weil das Unternehmen jedoch eng mit dem deutschen Projektentwickler Green City kooperiert, hat sich Summiq schon weitere internationale Projekte mit 162 MW gesichert. Die noch im Bau oder kurz davor befindlichen Windparks soll nun der Börsengang finanzieren. Sinnvoll finden wir den Fokus auf mittlere Anlagen, da das Unternehmen größeren Wettbewerbern aus dem Weg geht.

Zudem dürften niedrige Energieerzeugungskosten dank moderner Parks auch langfristige Stromabnehmerverträge garantieren. Vorstandschef Torsten Amelung verweist im PLATOW-Gespräch auch auf den Vorteil, dass das Unternehmen nur baufähige Projekte zukauft und keine Entwicklungsrisiken aufweist. Als Spin-off von Green City ist die Nähe zu Summiq historisch begründet. Nach dem Börsengang soll der Anteil zwar von 100% auf 1% sinken. Dennoch gefallen uns die operativen Abhängigkeiten zu Green City nicht. Auch personelle Verflechtungen verbinden die beiden Gesellschaften stark. So ist der Aufsichtsrat Jens Mühlhaus gleichzeitig CEO von Green City. Der Finanzvorstand Frank Wolf soll von der Mutter zum Börsenneuling wechseln. Die Unabhängigkeit darf daher zu mindestens angezweifelt werden. Zwar trauen wir Amelung den Aufbau eines derartigen Ökostromerzeugers mit seinen 20 Jahren Erfahrung in der Energiebranche ohne Zweifel zu.

Der Weg könnte jedoch steiniger werden, als gewünscht. So warten in Deutschland viele Projektierer lange auf behördliche Genehmigungen und müssen sich reihenweise mit Anwohnerklagen auseinandersetzen. Einige Entwickler bauen auch nicht mehr für fremde Betreiber, sondern managen die Anlagen in Zukunft selbst. Wir sehen also durchaus das Risiko, dass es bei der ambitionierten Planung zu größeren Verzögerungen kommen kann. Bei der Finanzierung des Wachstums ist aktuell nur der erste große Schritt nach dem IPO gesichert. Für alle weiteren Zukäufe bis zu einem Portfolio von 1 GW muss Summiq erst einmal Geschäftserfolge vorweisen, bevor Fremd- wie Eigenkapitalgeber bereit für neue Investitionen sein dürften. Die Gesellschaft plant zudem, mindestens 50% des Jahresüberschusses als Dividende auszuschütten. Für uns befindet sie sich insgesamt in einer zu frühen Phase der Unternehmensenticklung.

PB-Lesern empfehlen, wir Summiq zu beobachten.

 

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